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Disco Boys lassen Tanztempel beben

Disco Boys lassen Tanztempel beben

St. Wendel. Gegen ein Uhr morgens wird es im brechend vollen Flash so richtig heiß. Die Partymenge tobt, als die Disco Boys hinter die Plattenteller rücken. Mit ihren schwarzen Adidas-Trainingsanzügen aus den 1970er Jahren, den Pornobrillen und den gewagten Frisuren animieren sie allein schon durch ihre pure Anwesenheit

St. Wendel. Gegen ein Uhr morgens wird es im brechend vollen Flash so richtig heiß. Die Partymenge tobt, als die Disco Boys hinter die Plattenteller rücken. Mit ihren schwarzen Adidas-Trainingsanzügen aus den 1970er Jahren, den Pornobrillen und den gewagten Frisuren animieren sie allein schon durch ihre pure Anwesenheit. Wild umher gestikulierend, gibt Raphael Krickow von der DJ-Kanzel den Ton an. "Wir wollen die Leute unterhalten und sie zum Tanzen bringen", lautet die Zielsetzung des 44-jährigen Disco-Boys. Ihre Mischung aus aktuellen House-Tracks, effektiven House-Classics und Disco-Sounds der 70er und 80er verwandelt ratz fatz die Disko in eine elektrisierte Zappelbude. "Das ist schon klasse, dass die hier live auflegen", ist Jessica Scheib hin und weg vom Sound des Duos. Ihr Set ist genial. Egal ob Klassiker, Newhouse oder Eigenproduktion, rein gar nichts lassen sie aus. "Ich bin selbst überrascht, dass hier im Flash so gute DJs auflegen", zeigt sich David Lauer aus Baltersweiler begeistert. Dass die Hamburger zur Höchstform auflaufen, hat noch einen besonderen Grund. "Der FC St. Pauli hat 1:0 in Hannover gewonnen. Das ist Rock'n'Roll genug", jubelt Krickow. Den Erfolg des Kiez-Clubs hatten zuvor beide im Hotelzimmer miterlebt, und dabei noch eine CD für ihren Gig gebrannt.Zur Absolvierung ihres Aufwärmprogramms sind sie dann in die Lindenau weitergezogen. "Vor acht Jahren haben wir schon mal im Flash aufgelegt. Es war legendär. Das Publikum ist ja hier klasse", weiß Krickow. Damals habe sogar Disco-Chef "Cassius" Clemens auf dem Tresen getanzt. Auch diesmal bebt der Tanztempel die ganze Nacht hindurch. "Es sind viel mehr Leute als sonst hier", meint Raphael Schmitt noch, ehe er sich zum Nahkampf wieder ins Gedränge stürzt.

Selbst beim größten Bewegungsmuffel zuckt längst das Tanzbein, als mit "Love tonight", oder "I Surrender" die aktuellen Clubhits der Disco Boys aus den Lautsprecherboxen dröhnen. "Meine Mutter hat die Musik schon vor 30 Jahren gehört", erzählt Maximilian Grün aus Furschweiler. Bei den Remixen klingen so bekannte Stimmen wie die der Bee Gees, von Ultravox-Sänger Midge Ure sowie von diversen Größen der Funk-Musikszene durch. Der über dreieinhalbstündige Auftritt der Disco Boys ist deshalb nicht nur ein musikalischer Festtag für die jüngere Generation. "Ich habe auch einige Leute um die 40 gesehen", merkt Grün an. Wie schon beim letzten Besuch in der Kreisstadt lief das House-Duo während der exzessiven Partynacht zur Höchstform auf, und sorgte dafür, dass kein Hemd trocken bleibt.