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St. Wendel: Benefiz-Aktion für Felix – Tombola-Sieger stehen fest

Junge aus Bubach leidet unter FOP : Benefizaktion für den kleinen Felix: Das sind die Gewinner der Tombola

Nach der gelungenen Benefiz-Aktion „1000 Portionen für Felix“ sind die Gewinner der dazugehörigen Tombola gezogen worden. 3000 Lose wurden im Vorfeld zugunsten des an einer seltenen Krankheit leidenden Jungen verkauft.

Den Tag über sind fleißig Gulaschkanonen geschrubbt worden, am Montagabend hat sich das Orga-Team der Benefizaktion „1000 Portionen für Felix“ dann mal einen gemeinsamen Moment der Ruhe gegönnt. Auf dem Sonnenhof in Dörrenbach sitzen sie gemütlich zusammen, plaudern über den Wildgulasch-Verkauf via Drive-In am Sonntag, tauschen die eine oder andere Geschichte aus. Es sind Erinnerungen an eine besondere Aktion, die erst allmählich ins Bewusstsein dringen.

 Das Orga-Team der Benefizaktion „1000 Portionen für Felix“ Tina Gregorius, Kai Schneider, Sanja Schneider, Janik Recktenwald, Ann-Katrin Schneider, Jens Schneider mit Töchterchen Emily und Dominique Kraushaar (von links).
Das Orga-Team der Benefizaktion „1000 Portionen für Felix“ Tina Gregorius, Kai Schneider, Sanja Schneider, Janik Recktenwald, Ann-Katrin Schneider, Jens Schneider mit Töchterchen Emily und Dominique Kraushaar (von links). Foto: Evelyn Schneider

Auch Shenoa Cullmann wird wohl noch etwas Zeit brauchen, um all das Geschehene zu realisieren: das Engagement des Orga-Teams samt der ehrenamtlichen Helfer, aber auch die Anteilnahme so vieler Menschen. Ihre Rührung ist ihr anzusehen. Mit ihrem Mann Jan und den beiden Söhnen Niklas (8) und Felix (4) schaut sie an diesem Abend am Sonnenhof vorbei. Hier hört die Familie zum ersten Mal die Summe, die das Orga-Team nach einem ersten Kassensturz gezählt hat: 15.500 Euro hat die Aktion eingebracht. „Das ist einfach Wahnsinn“, sagt Shenoa Cullmann mit feuchten Augen.

Felix und Niklas toben währenddessen umher – ausgelassen und fröhlich. Ihre Eltern haben dabei stets ein wachsames Auge auf die beiden. Denn vermeintlich harmlose Stürze können für den Vierjährigen schwerwiegende Folgen haben. Bei ihm bilden sich bei der Wundheilung keine Narben, sondern Knochen. Er leidet unter der seltenen Krankheit FOP (Fibrodysplasia Ossificans Progressiva). Zum Schutz vor Verletzungen trägt Felix einen Helm sowie Knie- und Ellenbogenschoner.

Wenn der Vierjährige lächelnd über die Wiese rennt, wird nicht nur seine Lebensfreude greifbar, sondern zeigt sich auch, was FOP bedeutet. Die Krankheit verläuft in Schüben. Meist beginnt es mit entzündlichen Schwellungen, die in der Folge verknöchern. Das führt dazu, dass Gelenke versteifen und somit die Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Bei Felix sind bereits Kopf beziehungsweise Halswirbelsäule, Schultern und die komplette Wirbelsäule steif.

An diesem Abend darf Felix Glücksfee spielen und zwar für jene Menschen, die ihm und seiner Familie helfen wollen. Bei der Wildgulasch-Verkaufsaktion konnten die Gäste neben dem Essen zusätzlich Lose erstehen. 3000 wurden verkauft. Diese sind nun in der Lostrommel. An Felix’ Seite steht sein älterer Bruder Niklas. Sie ziehen abwechselnd die Gewinner. Das Prozedere wird live auf Facebook übertragen. Sanja Schneider übernimmt Kamera und Regie, Dominique Kraushaar die Moderation. Außerdem kommt ihm die Aufgabe zu, die Lose ordentlich zu mischen. Die beiden Jungs haben sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe. Felix passt auf, dass alles seine Richtigkeit hat. „Jetzt ist Niklas dran“, mahnt er einmal bei Dominique Kraushaar an.

Der geht seiner Moderationsrolle mit viel Humor nach. Hat immer ein Späßchen auf den Lippen. Zum großen Finale gesellen sich die Eltern zu ihren Jungs. „Sollen wir deine Mama ziehen lassen“, fragt Kraushaar bei Felix nach. Der verneint. Das macht er selbst. Ist doch Ehrensache.

Nach der spannenden Live-Übertragung der Los-Ziehung klingt der Abend entspannt aus. Stolz zeigt Felix seinen Meter, den er immer bei sich trägt. Damit würde er auch, wenn er gebraucht wird, in der SZ-Redaktion als Hausmeister aushelfen, verspricht er spontan.

Shenoa Cullmann hat im SZ-Gespräch einmal gesagt, dass sich die Familie eine Zeitlang allein gelassen gefühlt habe. Jetzt sind viele Menschen da. Sie schauen hin, sie fühlen mit, sie helfen.

Spendenkonto zugunsten von Felix:  Förderverein Lützelsoon: Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück: Konto: 33 33 33 7 (BLZ: 560 900 00), Iban: DE 09 5609 0000 0003 3333 37, BIC GENODE51KRE, Kennwort: Felix C.