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Aktion „1000 Portionen für Felix“ in St. Wendel: Hilfe geht durch den Magen

Junge mit seltener Erkrankung : „1000 Portionen für Felix“ in St. Wendel: Wenn Hilfe durch den Magen geht

Unter dem Motto „1000 Portionen für Felix“ startet am 12. September eine Benefiz-Aktion zugunsten eines vierjährigen Jungen aus Bubach, der an einer seltenen Krankheit leidet.

Wenn der vierjährige Felix Cullmann mit seinem Spezialfahrrad fahren darf, ist er glücklich. „Er ist ein lebensfrohes und schlaues Kind“, sagt Dominique Kraushaar. „Er mag Dinge, die Jungs in dem Alter eben cool finden wie Traktoren, Feuerwehr oder Fußball.“ Doch etwas unterscheidet ihn von anderen Kindern – seine Krankheit: FOP (Fibrodysplasia Ossificans Progressiva). Dieser Gendefekt kann Muskeln, Bänder und Sehnen in Knochen verwandeln, was die Bewegungsmöglichkeiten einschränkt. Der Körper versteift. „Felix hatte mit seinen vier Jahren schon mehr Krankenhausaufenthalte, als ich in meinem ganzen Leben“, sagt Kraushaar betroffen. Der 37-Jährige hat einiges über die seltene und unheilbare Erkrankung gelernt, denn er hat sich mit dem Schicksal der Cullmanns beschäftigt. Und damit ist er nicht allein. Es gibt ein siebenköpfiges Team, das sich vorgenommen hat, der Familie aus Bubach zu helfen. „Wir sind alle schon länger mit dem Gedanken schwanger gegangen, dass wir da was machen müssen“, blickt Kraushaar zurück. Dann kam irgendwann der Punkt, an dem sie sich zusammengetan haben – mit dem Ziel, eine größere Benefiz-Aktion zu starten.

Diese trägt den Namen „1000 Portionen für Felix“ und ist wörtlich zu verstehen. Denn der gelernte Koch und seine Mitstreiter wollen 1000 Wildgulasch-Gerichte verkaufen. „Und das ganz coronakonform“, betont Kraushaar, der Jäger ist. Auf dem mittleren Zwischendeck des St. Wendeler Globus-Parkhauses wird am Sonntag, 12. September, eine Drive-In-Station aufgebaut, die von 11 bis 15 Uhr geöffnet ist. Mit dem Auto geht es zu Stopp eins – der Kasse. Dort zahlt der Gast zehn Euro für sein Gulasch, das er anschließend an der Ausgabe abholen kann. Auch Geldspenden sind an der Kasse möglich. Als zusätzliches kulinarisches Angebot bereitet Kraushaar marinierte Grillpakete zum Mitnehmen für je 35 Euro vor. Zudem wird es eine Tombola geben. Die Lose (jeweils ein Euro) dafür werden ebenfalls an Station eins des Drive-In verkauft.

„Ich hoffe, dass an dem Tag viel Geld zusammenkommt“, sagt Kraushaar, denn er weiß, dass Felix’ Krankheit für die Familie nicht nur eine emotionale, sondern auch eine finanzielle Belastung bedeutet. Einiges im Haus muss an die besonderen Bedürfnisse des Jungen angepasst werden. So stehen beispielsweise die Sanierung des Badezimmers, der Einbau von teuren Schiebetüren und Arbeiten an der Zufahrt zum Haus an. „Alles soll ebenerdig werden“, sagt Kraushaar. Die Familie habe im Hinterkopf, dass Felix mal einen Rollstuhl brauchen könnte. So ergeht es vielen FOP-Patienten. Auch ein behindertengerechter Kleinbus soll angeschafft werden.

Während der Vorbereitungen für die Aktion hat Kraushaar schon jetzt einiges an Unterstützung erfahren. Viele, mit denen er sprach, wollten auf ihre Weise helfen, sei es der Notar und der Steuerberater, die unentgeltlich arbeiteten, oder die saarländische Jägerschaft, welche das Wildfleisch zur Verfügung stellt.

Wer keine Zeit hat, bei der Benefiz-Aktion dabei zu sein, kann Felix und seine Familie dennoch unterstützen. Denn es gibt ein Spendenkonto, das in Zusammenarbeit mit der Soonwald-Stiftung eingerichtet wurde.

Spendenkonto Förderverein Lützelsoon: Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück: Konto: 33 33 33 7 (BLZ: 560 900 00), Iban: DE 09 5609 0000 0003 3333 37, BIC GENODE51KRE, Kennwort: Felix C.