Candlelight-Dinner bei der Stiftung Hospital in St. Wendel

Veranstaltung in der Stiftung Hospital : Besonderes Dinner im Kerzenschein

Seit zehn Jahren bereitet die Stiftung Hospital an ihren Standorten in St. Wendel, Namborn und Freisen für die Bewohner und deren Angehörige eine Veranstaltung mit Menü und Programm vor. Immer im Herbst. Letzter Termin ist diesen Freitag in Freisen.

Die Servietten akkurat gefaltet, die Gläser nochmal schnell poliert: Die Tische im Mariensaal der Stiftung Hospital in St. Wendel sind liebevoll gedeckt. Grün und ein zartes Braun wurden als Farbkombination gewählt, dazu haben Deko-Kürbisse und saarländische Elemente wie Bergmannsfiguren ihren Platz auf der Tafel gefunden. Hier soll am Abend ein Candlelight-Dinner zelebriert werden.

Nicht das erste dieser Art. Denn seit zehn Jahren ist es nun schon Brauch, ein solches Essen im Kerzenschein auszurichten. „Am Anfang haben wir sogar zwei Dinner angeboten – einmal im Frühjahr, einmal im Herbst. Aber letzteres hat sich als das stimmungsvollere erwiesen“, berichtet Gertrud Nürnberg, hauswirtschaftliche Leitung der Stiftung Hospital. Es stecke die Idee dahinter, etwas Besonderes für die Bewohner des Seniorenheims und deren Angehörigen anzubieten. Und das für kleines Geld.

Die Vorbereitungen zu dem herbstlichen Essen sind schon vor einigen Monaten gestartet. Dazu gehören auch die von Nürnberg selbst gestalteten Einladungen. Diese gehen an die Bewohner der Einrichtungen in St. Wendel, Namborn und Freisen. Zwei Dinner-Termine gibt es in der Kreisstadt. „Dazu erwarten wir jeweils 86 Gäste“, sagt Nürnberg. In Namborn und Freisen ist je ein Abend im Kerzenschein geplant. „Für die Küche ist das eine Marathon-Woche“, weiß die Hauswirtschafts-Leiterin.

An diesem späten Vormittag ist Küchenleiter Sebastian Becker entspannt. Das Mittagessen ist raus. „1100 Essen pro Tag kocht die Küche für die Bewohner, den Kindergarten, Schulen und den Fahrbaren Mittagstisch“, sagt Nürnberg. Gedanklich ist Becker nun schon beim Dinner für den Abend, das erste von vieren. Vor ihm liegt die Menü-Folge. Kürbiscremesuppe als Vorspeise, danach Rouladen mit Klößen und Rotkohl. Apfelstrudel mit Eis als Nachspeise. Mit drei Leuten werde er später in der Küche werkeln. „Wir richten alles schön an, das Team der Cafeteria serviert.“ Seit fünf Jahren ist Sebastian Becker Küchenleiter bei der Stiftung Hospital. Er genießt das Kochen für die Candlelight-Dinner. „Das ist mal etwas anderes, nicht der alltägliche Trott.“

Und so ist die alljährliche Veranstaltung im Herbst nicht nur eine willkommene Abwechslung für die Senioren, sondern auch für die Mitarbeiter. „Die Hauswirtschaft kann zeigen, was sie kann“, sagt Stiftungs-Direktor Dirk Schmitt. Vieles, was das Team leistet, passiert im Hintergrund. „So waschen wir hier nicht nur die Wäsche für das Haus selbst, sondern auch für die Lebenshilfe“, gibt Nürnberg ein Beispiel. Am Ende des Dinners sei es Tradition, dass alle Kollegen, die mitgewirkt haben, im Stile des Traumschiff-Marschs in den Mariensaal einlaufen. „So können die Gäste sehen, wer alles an dem Abend beteiligt war.“

Dazu gehören auch Künstler außerhalb der Stiftungs-Gemeinschaft. „Früher haben wir mal Kurzfilme gezeigt, inzwischen gibt es Musik.“ So treten dieses Mal Ya-Wen Yang und Martina Veit zwischen den Menü-Gängen auf. „Und ich lese noch eine romantische Kurzgeschichte vor“, ergänzt Nürnberg.

Viel Herzblut steckten alle in die Planungen. Das Team der Cafeteria warte immer mit neuen Ideen für die Dekoration auf. Die nötigen Accessoires dazu brächten die Mitarbeiterinnen teilweise von zu Hause mit. Aber nicht nur die Mitarbeiter bereiten sich auf den besonderen Anlass vor.

Sondern auch die Bewohner. „Sie machen sich richtig schick“, verrät Nürnberg, während sie zielstrebig in den nächsten Gang einbiegt. Es geht in den Wohnbereich des St. Wendeler Stiftungs-Geländes. In ihrem Zimmer schaut Christel Stalder gerade etwas fern. Seit Februar lebt die aus der Kuseler Region stammende Frau im Seniorenhaus in St. Wendel. Für sie ist es das erste Candlelight-Dinner hier. „Ich glaube, es wird schön. Es ist mal eine Abwechslung und man kann sich mit den anderen Bewohnern unterhalten.“ Da Stalders Angehörige keine Zeit haben, geht sie alleine zum Essen.

Der 71-jährige Erwin Duval ein paar Türen weiter hat seine Freundin für das Essen im Kerzenschein eingeladen. „Sie wird sich darum kümmern, dass ich mich fein mache“, weiß Duval. Seit drei Jahren lebt er schon unter dem Dach der Stiftung. Trotzdem ist es die erste Veranstaltung, die er besucht. Er freue sich darauf. Auch weil es eine Möglichkeit ist, mit den anderen Bewohnern in Kontakt zu kommen.

Punkt 17.30 Uhr, wenn es draußen schon dunkel ist, werden im Mariensaal die Kerzen angezündet, die Gäste beim Sektempfang begrüßt. Ausgehen mit den Lieben und was Leckeres essen – ganz wie früher.

Mit Deko-Kürbissen und einer Bergmannsfigur ist dieser Tisch im Mariensaal der Stiftung Hospital geschmückt. Foto: Evelyn Schneider

Für das Team der Stiftung Hospital war am Dienstag der Auftakt zum Dinner-Marathon, der am heutigen Freitag, 8. November, in Freisen seinen Abschluss findet.

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