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BUND kritisiert, dass St. Wendel nicht die orange Tonne einführen will

Müllentsorgung : Umweltschützer kritisieren St. Wendels Wechselabsichten

Kreisstadt will die gelbe Tonne statt des Sackes – orange wäre die bessere Farbe, sagt der BUND.

Die Umweltschutzorganisation BUND-Saar kritisiert das Vorhaben der Stadt St. Wendel, den gelben Sack gegen die gelbe Tonne einzutauschen. „Die Diskussion um die Einführung der gelben Tonne anstelle des Sackes hat nur Ästhetik und Platzprobleme im sehr verkürzten Blick – nicht aber den Inhalt und die längst fällige Handlungserfordernis für eine nachhaltige Abfalltrennung: die Wertstofftonne“, erklärt Werner Schmitt, abfallpolitischer Sprecher des BUND, in einer Pressemitteilung.

Schmidt hält fest, dass das seit Jahresanfang gültige Verpackungsgesetz den öffentlich-rechtlichen Entsorgern die Option gebe, „im Zuge einer für das duale System freiwilligen Vereinbarung Leichtverpackungen und alle Nichtverpackungen aus Kunststoff und Metalle gemeinsam in einer einheitlichen Wertstofftonne einzusammeln“. Schmidt kritisiert, dass dies in St. Wendel nicht in Erwägung gezogen worden sei, weil man im Rathaus wohl die Meinung vertrete, dass die dann orange Tonne dem Bürger Mehrkosten bringen würden. Schmidt spricht in diesem Zusammenhang von einem „Einbahnstraßenargument“. Denn alles koste Geld: „Der gelbe Sack kostet Geld, bezahlt durch den Joghurtbecher-Cent. Der Restmüll kostet Geld, bezahlt durch die Müllgebühr. Biogut kostet Geld – wer nicht kompostiert, zahlt die Biogutgebühr. Die Präsenz von Wertstoffhöfen wird bezahlt durch unsere Grundgebühr, und wir zahlen für  Abwasser.“

Unabhängig davon würden zahlreiche innovative überregionale Kommunen wie Berlin, Köln, Darmstadt oder Mannheim durch ihre schon seit Jahren vollzogene Praxis belegen, dass „sich eine ökologische und nachhaltige Abfalltrennung (in der orangen Tonne, Anm. der Red.) gestalten und erreichen lässt – gemeinsam mit dem Dualen System. Und diese erfolgt in allen Fällen für den Bürger entgeltfrei“.