Fastnacht : Der volle Kannenwahn im Kulturhoof

Die Unterhaltungsgruppe Hoof bringt in der Kappensitzung das Narrenvolk ordentlich auf Trab.

„Volle Kanne“ hat die Unterhaltungsgruppe (UHG) die Aktivitäten ihren Heimatort Hoof in der Kappensitzung im ausverkauften Kulturhoof genüsslich auf die Schippe genommen. Wegen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ sind im vergangenen Jahr reichlich Gießkannen im Dorf aufgehängt worden, weshalb die Bürger mittlerweile als Gießer rumlaufen. Die Schuld am Kannewahn trägt Moni (Udo Ritter). „Ich habe 200 Stunden gemein nützliche Arbeit ableisten müssen. Dabei Blumen gesetzt und aus dem Baumarkt alle Gießkannen angeschafft“, erklärt Moni. Beim Schönheitswettbewerb habe Hoof deshalb einen Punktabzug hinnehmen müssen. „Den dritten Platz habe ich zu verantworten“, packt die Pfälzerin aus. Aus einem der Gefäße taucht nun regelmäßig der sprechende „Heemer Kannengeischd“ (Tabea Wagner) auf. Das Ostertaldorf hat zwar seine „Bezaubernde Jeannie“, doch sie gehorcht keineswegs der Kannenbesitzerin Dumpfbacke (Silke Wagner).

Keine Zauberei ist das elegant getanzte Abba-Medley der Gardemädels und die über den Bühnenboden wirbelnde Tanzmarie (Franziska Ecker). Als Cowboys und Indianer hat sich die Minigarde getarnt. Gruppentherapien für Selbsthilfegruppen gibt es genügend. In Kulturhoof treffen sich gar die Wochentage. Der Montag (Nico Heinz) ist selbstmordgefährdet, der Samstag (Anton Ritter) hat ein Saufproblem. „Haltet mit der Therapie durch, vielleicht werdet ihr dann wie ich, zum Feiertag“, setzt Feiertag (Johanna Müller) die letzte Pointe beim Sketch der UHG-Nachwuchsgruppe. Auf dem Sportplatz giften sich rivalisierende Fußballfreunde der Sportvereine (SVH) aus Hoof und Niederkirchen gegenseitig an. „Früher hat Osterbrücken gegen uns protestiert, die Spielgemeinschaft hat aber 20 Jahre gehalten“, stellt Hoof-Fan Marc Ritter fest. Niederkirchen habe höherklassig gespielt, kontert Philip Thome . „Zwölf Bier, ein Würstchen und für die Frau ne Tort, das ist Breitensport“, weiß SVH-Anhänger Timo Stuber. Die Proteste aus der Niederkircher Ecke reißen nicht ab und gipfeln am Ende in die Gründung einer neuen Spielgemeinschaft. Summ, summ, summ fliegt die Oschderdaler Hummel (Dirk Hummel) rum und nimmt Landschaft und Leute aufs Korn. Ein Tourist aus der Schweiz (Torsten Merscher) berichtet von der Ostertalwanderung mit Esel Emil. Ohne Worte bewegen sich fünf Personen auf der Mitfahrerbank. Können sie auch. Für Stimmung sorgt die Einlage von Otto und seinem Freund (Udo Ritter, Anton Ritter) und die Gesangsgruppe „8-Beschde“. Midi- und Maxigarde treten noch vor den Stargästen auf. Wegen Auftrittsverbot am Ballermann hat das Männerballett den Partyschlager-Problemtypen Ikke Hüftgold gewinnen können. Frisch geschieden lässt sich der Sänger mit der glitschigen Perücke inklusive Malle-Blondine Mia Julia im Schlepptau blicken. Und der hat dabei gerade noch gefehlt: Ingo ohne Flamingo.

In der Kappensitzung am Samstag, 16. Februar, wiederholen die UHG-Akteure noch einmal von A bis Z das Spektakel. Die schlechte Nachricht: Karten gibt es keine mehr.