Ein Leseclub „zum Abheben“ für Heusweiler Kinder

Ein Leseclub „zum Abheben“ für Heusweiler Kinder

Heusweiler hat jetzt – in der Erich-Kästner-Schule in Holz – einen Leseclub für Kinder. Schulrektor Georg Fox hatte der „Stiftung Lesen“ (Mainz) ein Konzept vorgelegt und prompt eine Förderung für fünf Jahre erreicht. Der Club heißt „Das fliegende Klassenzimmer“ – und man findet hier tatsächlich echte Flugzeugsitze.

"Das fliegende Klassenzimmer" verspricht ein Hit zu werden. 80 Anmeldungen in nur drei Tagen kann der neue Leseclub in der Erich-Kästner-Schule verzeichnen, der für alle Heusweiler Kinder von sechs bis zwölf Jahre offen ist. Schwungvoll ging es an den Start: In echten Flugzeugsesseln, die gleichen Modelle wie bei der Air-Berlin, durften die Gäste Platz nehmen. Schulleiter Georg Fox begrüßte, wie es das Protokoll vorsieht, an erster Stelle die Kaiserin: Maliwan Dörr ist amtierende Lesekaiserin der Schule. Es folgten Bürgermeister Thomas Redelberger und Vertreter der Institutionen, die mit Rat und Tat halfen (der Schul-Förderverein, die ABG, die Aktion Kultur).

Die Anregung zum Leseclub war von dem in Saarbrücken tätigen Erziehungs- und Sprachwissenschaftler Professor Herbert Guenther gekommen. Den hatte die bundesweite, in Mainz ansässige "Stiftung Lesen" um einen Vorschlag zur Lese-Förderung gebeten, und so dachte sich Guenther: Warum nicht mal aufs Land gehen? Und da er selbst in Holz wohnt, fragte er Georg Fox.

Schulleiter Fox arbeitete daraufhin ein Konzept aus - offenbar sehr erfolgreich: "Die dicke Präsentationsmappe schlug in Mainz ein wie eine Bombe", schilderte Professor Günther. Die Erich-Kästner-Schule bekam den Zuschlag zur Projektförderung.

Bereits im Oktober trafen zwölf gut bestückte Bücherkisten ein. Kinderzeitschriften kommen regelmäßig. In den nächsten vier Jahren - das Projekt läuft über fünf Jahre - werden weitere Bücherkisten folgen. "Das fliegende Klassenzimmer macht dem Namen der Schule alle Ehre", meinte Redelberger. Und weiter: "Alles passt zusammen. Es sieht rund aus. Es ist rund. Es ist ein Aushängeschild für Heusweiler. Und die Sitze faszinieren mich."

Nicht nur die Sitze, das ganze Drumunddran ist zum Abheben. Himmelblauer Teppich, hellblaue Wände und Vorhänge bringen die Leser auf Wolke sieben. Ein Luftbild zeigt Holz von oben.

Sieben Kinder saßen und lasen für unseren Fotografen Probe. Romy, Josephine, Tiffanie, Alena, Andreas, Jonas und Gianluca waren sich einig: Das fliegende Klassenzimmer ist klasse. Außer vielen Büchern gibt es auch Tablet-PCs zum Schmökern und CD-Player mit Kopfhörern für Hörbücher. "Wir gehen mit der Zeit, aber das Buch ist die Hauptsache", so Georg Fox. Günther ergänzte: "Lesen ist die Schlüsselkompetenz. Alles geht übers Lesen, SMS schreiben, Verkehrsschilder, einfach alles." Das Buch übertrumpfe andere Medien. Es müsse aber entsprechend angeboten werden. Ein kahler Raum liefere nicht die passenden Assoziationen. "Die Atmosphäre, das Feeling ist wichtig", so Fox.

Bis zu 40 Themenschwerpunkte soll es im Jahr geben. Zum Start rückt Bibliothekarin Alexandra Krach Bücher Erich Kästners in den Mittelpunkt. Fox kann sich in dem Ambiente auch Autorenlesungen vorstellen.

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HintergrundLeseclubs: Nach Angaben der Stiftung Lesen gibt es in Deutschland 200 Leseclubs, fünf davon im Saarland. Das fliegende Klassenzimmer in der Erich-Kästner-Schule ist für alle Heusweiler Kinder (6-12 Jahre) gedacht. Die Anmeldung ist kostenlos. Aber man muss sich an die Regeln halten: ruhig sein, zuhören können, lesen wollen. Der Name des Clubs ist der Titel eines berühmten Kinderbuchs von Erich Kästner. Öffnungszeiten: Montags und donnerstags von 15 bis 16.30 Uhr. Für Kinder der Erich-Kästner-Schule außerdem montags, mittwochs und freitags von 9.30 bis 11 Uhr. hof