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Kommunale Bildungslandschaft Namborn vorgestellt

Außerhalb des Klassensaals lernen : Wenn das Lernen die Schule verlässt

Für alle Kommunen im Landkreis gibt es Arbeitsordner, die außerschulische Lernorte vorstellen – auch für Namborn.

Außerschulische Lernorte zu Themen wie Natur und Landschaft oder Kulturelles Erbe mit den Bildungseinrichtungen in einer Gemeinde zu vernetzen, das ist die Aufgabe des Bildungsnetzwerkes St. Wendeler Land. In einer Feierstunde in der Änne-Meier-Schule in Baltersweiler wurde die Kommunale Bildungslandschaft Namborn vorgestellt und ein Arbeitsordner übergeben.

Nach Tholey, Marpingen, St. Wendel, Nohfelden, Nonnweiler, Freisen und Oberthal ist die Gemeinde Namborn die achte Kommune, die so vernetzt ist. „Jetzt schließt sich der Kreis, denn mit der Kommunalen Bildungslandschaft Namborn sind für alle acht Gemeinden des Landkreises die entsprechenden Angebote erarbeitet worden“, sagte Landrat Udo Recktenwald (CDU). Der Landrat zeigte sich auch erfreut darüber, dass das Projekt Bildungsnetzwerk auch von anderen Landkreisen in ähnlicher Weise übernommen wird, wie beispielsweise im Landkreis Birkenfeld. Was früher im Heimatkundeunterricht thematisiert wurde, übernehmen heute außerschulische Lernorte. Kinder lernen dadurch ihre Heimat besser kennen und erfahren die Welt mit allen Sinnen. Dazu unbedingt notwendig ist die Bereitschaft lokaler Akteure, sich dieser Aufgaben anzunehmen und ihre Themenfelder im „modernen Heimatkundeunterricht“, wie der Landrat formulierte, zu behandeln und den Kindern zu vermitteln.

In Namborn beschäftigt sich der Backofenverein Hirstein mit dörflicher Kultur. Der Bienenzuchtverein Liebenburg bringt den Kindern die Imkerei mit Hilfe eines Lehrbienenstandes näher. Die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen werden von den Obst- und Gartenbauvereinen in Baltersweiler und Roschberg sowie die Garten- und Naturfreunde Namborn vorgestellt. Das Thema Landwirtschaft ist auf dem Johannishof erlebbar und was es im Wald alles zu entdecken gibt und wie die ökologischen Zusammenhänge ineinandergreifen, wird durch den Forstbetriebsverband Oberthal-Namborn vermittelt. Walter Theobald veranstaltet mit den Kindern der Vorschuleinrichtungen Vogelwanderungen und sensibilisiert so schon früh für den Naturschutz, während sich  der Heimat- und Verkehrsverein Namborn sowie Rüdiger Andres des geschichtsträchtigen Mittelalters rund um die Liebenburg annehmen. Dazu kommen noch mehr als 80 kreisweite Lernorte mit den Themenbereichen Dorf, Energie, Imkerei, Landwirtschaft, Wald und Wild, Naturschutz, Kelten und Römer, Mittelalter, Museen und Erinnerungskultur. Rund 60 Prozent der Lernorte sind für Kindergärten geeignet. 70 Prozent richten sich auch an Förderschulen und 85 Prozent sind für Grundschulen relevant. 94 Prozent der außerschulischen Lernorte sind für weiterführende Schulen nutzbar.

Der Bereich Erinnerungskultur wird mit zwei Angeboten für Grundschulen ergänzt: „Kinderrechte, Menschenrecht – Richter gehen in die Schulen“ ist eine Veranstaltungsreihe, bei dem das Adolf-Bender-Zentrum in Kooperation mit dem saarländischen Richterbund Workshops für die dritten und vierten Grundschulklassen anbietet. Der Bereich „Jüdische Kultur in Sötern“ wurde von Jörg Friedrich von der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle konzeptionell entwickelt und beinhaltet Arbeitsmaterialien für Schüler der Klassenstufen vier bis sieben. Während eines Wandertages soll es mit GPS-tauglichen Mobilgeräten auf die Spuren jüdischer  Kultur in Sötern gehen.

Nach den Herbstferien wird es eine eigene Veranstaltung zur Vorstellung des gesamten Kapitels mit allen Lernorten vom Adolf-Bender-Zentrum, dem Verein Wider das Vergessen und gegen Rassismus Marpingen, der Gemeinschaftsschule Türkismühle, der Heimatfreunde Urexweiler und andere geben.