Europa: Klares Bekenntnis zu geeintem Europa

Europa : Klares Bekenntnis zu geeintem Europa

Beim Europafest am Denkmal in Berus haben viele Vertreter aus der Großregion die Wichtigkeit der Union betont.

Trotz strömenden Regens kamen am Donnerstagvormittag um die 50 Personen zum Europafest am Denkmal der Großen Europäer in Berus.

Blumengebinde wurden auf der windigen Besucherplattform vor einer Tafel mit den Namen von Robert Schuman, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer niedergelegt. Im Anschluss erfolgten die Reden im trockenen Sitzungssaal des Rathauses in Überherrn. „Dass so viele Leute am Denkmal oben waren, war für mich sensationell“, begeisterte sich Kurt Schoenen, Präsident des Denkmalvereins. Ein wichtiges Zeichen sei dies vor der Europawahl. Denn „das Wetter ist wohl so, wie die Situation in Europa: Europa ist in einer Krise“. Dass Großbritannien Europa verlassen möchte, wertete Schoenen mit: „Sie sollen in Frieden gehen.“ Er ging davon aus, dass es auch bei einem Verbleib in der EU immer wieder Probleme geben werde.

Viel wichtiger war Schoenen die deutsch-französische Freundschaft. „Was wären wir ohne die Franzosen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Hand gereicht haben?“ Das Europafest am Donnerstag stellte er „als Bekenntnis zu Europa, zu Frieden, Freiheit und Wohlstand“ dar. Im gut gefüllten Sitzungssaal waren unter anderen der saarländische Abgeordnete im EU-Parlament Jo Leinen und Europawahl-Kandidat Roland Theis dabei. Dazu Bürgermeister französischer Nachbarkommunen, Ortsvorsteher der Gemeinde Überherrn sowie die Honorarkonsule Frankreichs, Myriam Bouchon, und Italiens, Michael Haan.

Zwei Trompeter der Überherrner Musikanten spielten die jeweilige Nationalhymne. Später noch die Europahymne zusammen mit Helmut Bulle jr. „Wir sind und bleiben die treibende Kraft hinter diesem ehrgeizigen Projekt“, bezog sich Myriam Bouchon auf die deutsch-französische Rolle. Sie sei überzeugt, „dass wir erfolgreich sein werden“, da es keine andere intelligente Entscheidung gebe für einen Weg in Fortschritt, Freiheit und Frieden.

Jeder müsse für Europa eintreten, forderte Jo Leinen. Sollten Populisten Europa übernehmen, „wird das nicht mehr das Europa sein, das wir lieben“. Und diese Gefahr „kommt schleichend“. Leidenschaftlich erinnerte Gilbert Werber, Bürgermeister von L’Hôpital, an „über 70 Jahre Frieden“. Zuvor hatte Bürgermeister Bernd Gillo gemahnt, dass Tag für Tag an Europa gearbeitet werden müsse, um gegen europafeindliche Kräfte zu bestehen. Allein das sah er als Grund, am 26. Mai seine Stimme für Europa abzugeben. „Wir können unser Ziel nur gemeinschaftlich erreichen, indem wir eine klare Linie fahren gegen rechts“, sagte Gillo. Deshalb gelte es, die Tradition der gelebten Freundschaft über die Grenze hinweg weiterzuführen.

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