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Vor Jahr und Tag
Auf der Bühne sind sie alle gleich

So hat die SZ im Januar 2017 über den Start des Projektes berichtet.
So hat die SZ im Januar 2017 über den Start des Projektes berichtet. FOTO: Repro: SZ
Saarlouis. Ein Erfolg in Sachen Inklusion wurde das Projekt „Gemeinsam aktiv und inklusiv“ im Kreis Saarlouis, das nun bereits im dritten Jahr besteht. Von Johannes Bodwing

Ein dickes Brett ist zu bohren, wenn behinderte Menschen wie selbstverständlich am Alltag teilhaben sollen. Denn noch immer gibt es Hürden in Schulen, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Dabei leben alleine im Kreis Saarlouis etwa 15 000 Personen mit einer anerkannten Behinderung.


Seit Anfang 2016 arbeitet ein auf drei Jahre angelegtes Projekt daran, die sogenannte Inklusion im Kreis Saarlouis zu realisieren. Inklusion ist seit 2006 in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben, 2008 trat diese in Kraft. Auch Deutschland unterzeichnete dieses Übereinkommen. Allerdings steht die praktische Umsetzung hier noch ziemlich am Anfang.

Deshalb startete im Kreis Saarlouis das Projekt „Gemeinsam aktiv und inklusiv“ im Januar 2016. Betrieben wird es vom Verbund für Inklusion und Bildung (VIB) des Awo-Landesverbandes Saarland. Gefördert wird es von der Aktion Mensch im Rahmen des Programms „Inklusion“. Darüber kommen 70 Prozent für die Personalkosten, 30 Prozent trägt die Awo selbst. In deren Räumen in Dillingen sind ein Projektleiter und eine pädagogische Projektbegleitung jeweils mit halben Stellen tätig. Weitere Partner im Kreis Saarlouis sind der Landkreis selbst, die Lebenshilfe, die Reha sowie die Stadt und das „Sound“ Dillingen.

Das erste Projektjahr endete mit der „Woche der Inklusion“ Ende November 2016. Dabei ging es unter anderen um leichte und verständliche Sprache. Aber auch um zwanglose Begegnungen von Behinderten und Nichtbehinderten in einem Weihnachts-Café auf dem Großen Markt. Den Abschluss bildete der Sängerwettstreit „EINklang“ im Vereinshaus Fraulautern. Im ersten Jahr wurden zudem Strukturen aufgebaut und Schulungsreihen durchgeführt, beispielsweise mit Jugendpflegern, Senioren- sowie Behindertenbeauftragten und Mitarbeitern von Verwaltungen.

2017 fand der Sängerwettstreit eine erfolgreiche Fortsetzung, mit mehr als 700 Besuchern im Dillinger Lokschuppen. Weitere Veranstaltungen waren eine Kochshow in der Saarlouiser Fußgängerzone, Stadtführungen und Wanderungen in Leichter Sprache für Rollstuhlfahrer sowie seh- und hörbehinderte Menschen. In Zusammenarbeit mit den Touristikern des Landkreises entstand eine Broschüre in Einfacher Sprache, die durch die schönen Ecken von Saarlouis führt.



2018 finden wieder Workshops statt. Dazu gehören auch die Vorbereitungen für den dritten „EINklang“-Termin am 27. Oktober.

Infos zum Inklusionsprojekt im Internet: