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Mundart und Buchvorstellung
Eine Liebeserklärung an die Heimat

Das erste Buch überreichten Jürgen Baus, Walter Löffler und Volker Felten (von links) an Oberbürgermeister Peter Demmer (Zweiter von links).
Das erste Buch überreichten Jürgen Baus, Walter Löffler und Volker Felten (von links) an Oberbürgermeister Peter Demmer (Zweiter von links). FOTO: Sabine Schmitt
Saarlouis. Ein Stück Beaumaraiser Geschichte haben Heimatkundler in einem Buch festgehalten. Auf den 280 Seiten findet man viele historische Fotos.

Der Verein für Mundart und Geschichte feierte 10-jähriges Bestehen und stellte gleichzeitig sein erstes Buch vor. „Die Geschichte des Saarlouiser Stadtteils Beaumarais“ umfasst fast 280 Seiten und ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich. „Vor zehn Jahren trafen sich einige Interessierte, um die Geschichte unseres Dorfes Beaumarais niederzuschreiben“, sagte Walter Löffler, Vorsitzender des Vereins für Mundart und Geschichte Beaumarais. Doch die Aufgabe erwies sich zunächst als unlösbar, da man nicht ausreichend finanzielle Mittel hatte. Daher konzentrierte sich der Verein auf andere Projekte wie Ausstellungen, Filmabende und Vorträge. Im vergangenen Jahr begegnete man Volker Felten, dem bekannten Saarlouiser Heimatforscher und Buchautoren. Er bot an, die Fülle an Material, die der Verein zwischenzeitlich zusammengetragen hatte, aufzuarbeiten und daraus ein Buch zu machen. Die Begeisterung war groß und übertrug sich auf Sponsoren und Unterstützer, die bei der Finanzierung mithalfen. So entstand in wenigen Monaten ein 280 Seiten umfassendes Buch im A4-Format mit einer Vielzahl an Fotografien, Skizzen, Zeitungsausschnitten und Plänen mit ebenso informativen, spannenden und unterhaltsamen Texten.


Familienministerin Monika Bachmann bezeichnete die Chronik in ihrem Grußwort als eine „Liebeserklärung an die Heimat“. Das Buch gliedert sich in 13 Kapitel und beschäftigt sich mit der Geschichte der Pfarrei, dem jüdischen Leben im Dorf, der Entwicklung der Hauptstraße, der Beaumaraiser Siedlung, der Räumung der Roten Zone, den Stollen von Schönbruch im Zweiten Weltkrieg, der Stadtentwicklung und dem Vereinsleben. Die einzelnen Artikel haben Volker Felten, Esther Reichmann, Jürgen Baus, Walter Löffler sowie Heinrich und Peter Pütz geschrieben.

Dazu kamen noch Artikel und Fotos von der Lehrerin und Heimatforscherin Dora Dimel und dem Künstler und Fotografen Hans Nicola, die beide im vergangenen Jahrhundert verstorben sind. Seit den 30er Jahren haben sie Menschen und Ereignisse des Ortes in Schrift und Bild dokumentiert, waren aktiv in den Vereinen und im Dorfgeschehen. Aufgrund ihres Engagements hat der Verein Dora Dimel und Hans Nicola das Buch gewidmet. Am Ende befindet sich noch ein umfangreicher Anzeigenteil, mit dem ein Teil des Buches finanziert wurde.

Das erste Exemplar erhielt Oberbürgermeister Peter Demmer am Abend der Buchvorstellung vom Vorstand des Vereins. Der Oberbürgermeister lobte das Engagement des Vereins für Mundart und Geschichte. Mittlerweile gebe es in Saarlouis in jeden Stadtteil mindestens einen Heimatverein, so der Oberbürgermeister. Vorstandsmitglied Jürgen Baus gab einen kurzen Überblick über die bisherigen Vereinsaktivitäten. Dazu gehörten zwei Foto-Ausstellungen mit aktuellen und historischen Fotos sowie eine Ausstellung für Kreativschaffende aus Beaumarais. Die jüngste Ausstellung über die „Räumung der roten Zone“ erfuhr saarlandweite Aufmerksamkeit. Darüber hinaus hat der Verein die Benennung einer Straße nach Dora Dimel, die Anbringung von zwei Gedenktafeln in Erinnerung an das Schicksal der Beaumaraiser Juden initiiert und mehrere Filmabende veranstaltet.

Das Buch „Die Geschichte des Saarlouiser Stadtteils Beaumarais“ ist im Felten-Verlag erschienen und zum Preis von 29,80 Euro erhältlich bei Pieper Bücher, Bock & Seip sowie im Beaumaraiser Laden, Hauptstr. 179.