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Vom Wissen, wer oder was man ist

Kreis Saarlouis/Bouzonville/Merzig. „Wääschde, wat de béschd?“ ist das Hauptthema der neuesten Ausgabe der Literaturzeitschrift Paraple. Humorvolle Texte in Deutsch, Französisch und Mundart arbeiten das Thema auf. Dazu gibt es jede Menge Bilder regionaler Künstler. Erhard Grein

Gau un Griis, die Vereinigung zur Erhaltung und zur Förderung der moselfränkischen Mundart hat die Ausgabe 27 der Literaturzeitschrift (Revue littéraire) "Paraple" vorgelegt mit Textbeiträgen in Deutsch, Französisch und Mundart .

Die neue Ausgabe behandelt als Hauptthema: "Tu sais ce que tu es?" / "Weißt du, was du bist? / "Wääschde, wat de béschd?". Es sind hintergründige und auch humorvolle Texte, die 22 Autorinnen und Autoren beigesteuert haben.

Künstler aus der Region


Das Titelbild zeigt "Eurydike", eine Arbeit der Merziger Malerin und Kunsttherapeutin Marlene Thiesen. Weitere Werke der Künstlerin geben "Paraple" eine ganz besondere künstlerische Note. Gangolf Peitz zeichnet in der Literaturzeitschrift ein besonderes Bild der Künstlerin. Toun. Ein Künstler aus dem lothringischen Waldwissse ist neben einer Zeichnung in Schwarz-weiß auch mit Texten vertreten.

Laurent Mayer aus Saint-Avold hat mehrere alte Zeichnungen des 1890 in Sarreguemines geborenen Henri Bacher, dem Illustrator von "Verklingende Weisen" aus dem Elsass beigesteuert.

Dem verantwortlichen Redakteur Gérard Carau (Beckingen) und seinem Team, dem unter anderen Jean-Louis Kieffer, Harald Ley, Ursula Kerber und Adrien Altmayer angehören, ist es gelungen, eine Transparenz zwischen den Bildern und den vielen Mundarttexten herzustellen.

Hier macht Marlies Böhm (Dillingen) unter anderem mit "Greeßewahn", "Der Kròppich", dem "Iwwerzwerch" und dem "Neimärder" den Anfang. Harald Ley (Saarlouis-Picard) spricht vom zwölfprozentigen "Kiravi" met Flitt, Pattee on Camember, de Gauloise énn de Schness geklemmt onn me'm Berret iwwer lanken Hoor. Tiefgründig seine Beschreibung des "Seelenloch".

Harro Wilhelm aus Saarbrücken fragt in rheinfränkisch, gemischt mit moselfränkisch, "Wäscht de was de bischd?". Erstmals ist Anne Bies aus Gerlfangen mit dabei. Köstlich ihre Geschichte vom "Bóxenknòpp". Hildegard Driesch (Pachten) spricht vom "Gréich" als einem Laidsgehaia, e Kennamärda und en Daiwelsbrud, "so unneedich wie en Haufen Hondsdrägg om Troddoar".

Lesenswerte Beiträge

Elke Schumacher, seit 1966 im Saarland, befasst sich mit der Krise als Chance. Bei "Land am Wech" beschreibt der Hunsrücker Josef Peil 3000 schicksalhafte Jahre. Jutta Bayer (Eft-Hellendorf) widmet sich auch dem "Mineur", dem Bergmann, und dem "Liewen an der Grenz". Georg Fox , einer der bekanntesten saarländischen Mundartdichter , beschreibt eine Bahnfahrt von Metz aus mit einer Mischung aus Mundart , Französisch und Deutsch. In "Paraple" gibt es natürlich eine Reihe weiterer lesenswerter Beiträge.

"Paraple" gibt es bei "Gau un Griis" 2 A Cour de l'Abbaye in 57320 Bouzonville zum Preis von acht Euro plus Versandkosten sowie in den Buchhandlungen Pieper, Bock & Seip in Saarlouis und bei Schreibwaren Theobald in Siersburg.