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Über das Leben auf der Grenze in Mundart

Bouzonville/Saarlouis. Zahlreiche Geschichten über deutsch-französische Grenzerfahrungen hält die Zeitschrift der Mundartvereinigung „Gau un Griis“ in ihrer neuesten Ausgabe bereit. Erhard Grein

"Gau un Griis", die Vereinigung zur Erhaltung und zur Förderung der moselfränkischen Mundart, unserem "Platt", hat jetzt die Ausgabe 26 der anspruchsvollen Literaturzeitschrift "Paraple" vorgelegt. Die Textbeiträge in Deutsch, Französisch und Mundart nehmen im deutsch-französischem Grenzgebiet eine außergewöhnliche Stellung ein. Die jetzt vorliegende Ausgabe behandelt die Thematik "Leben auf der Grenze: Vivre sur la frontière, Läwen óff der Grenz". Es ist ein schicksalhaftes Thema, das insbesondere im 19. und im 20. Jahrhundert tiefe Spuren hinterlassen hat. Einige Beispiele: der deutsch-französische Krieg von 1870/1871 mit Elsass-Lothringen als deutschem Reichsland, der Erste Weltkrieg mit der Rückgliederung dieser Gebiete an Frankreich, die französische Herrschaft über das Saargebiet bis 1935, der Zweite Weltkrieg mit der Eingliederung von Elsass und Lothringen in das Deutsche Reich und wiederum französischer Einfluss im Saarland bis 1957.

Grenzsteine fotografiert

Die Mundartvereinigung "Gau un Griis" hat diesmal in "Paraple" versucht, das Thema "Leben auf der Grenze" in besonderer Form darzustellen. Gérard Carau, verantwortlicher Schriftleiter, hat symbolisch die Grenzstraße von Leidingen fotografisch festgehalten. Carau hat auch den Maler Louis-Eugène Jandik aus Metzervisse, der in der Zeitschrift mit vielen Arbeiten vertreten ist, vorgestellt.

Jean-Louis Kieffer, Vorsitzender von "Gau un Griis", spricht treffend von "of déer än un of déer anner Seit". Marlies Böhm aus Dillingen berichtet über "Grenzschdään", "Freierei mit einem "Wackes", "Aan der Grenz" und vom "Karfreidachsmäat in Bousendróff". Harald Ley (früher Überherrn) beschreibt den "Grenzverkehr anno 1970". Harro Wilhelm (frühere Rosenfarm in Gisingen) berichtet über "de Victor, de Louis un de François". Luise Luft aus Saarlouis-Roden spricht über eine besondere Grenzerfahrung: "Mein érscht Erfahrung mét der Grenz és schon en gudden Sturm lang häa". Es gibt eine Reihe weiterer Mundartbeiträge verschiedener Autoren.

"Paraple" kann bei "Gau un Griis" in Bouzonville, 2 A Cour de l'abbaye, für acht Euro plus 1,50 Euro Versandkosten und für neun Euro bei Pieper Bücher in Saarlouis und bei Schreibwaren Theobald in Siersburg erworben werden.