Böllern, feiern, essen

Das war's dann wohl – 2016 geht an diesem Samstag unweigerlich zu Ende. Der Jahreswechsel bietet die Gelegenheit, ausgelassen mit Freunden zu feiern. Doch wie viel Tradition muss an Silvester sein? Wir haben in der Saarlouiser Innenstadt Passanten gefragt, wie sie ins neue Jahr 2017 starten.

Von gemütlich daheim bis zur Stippvisite in eine Weltstadt war bei der Umfrage so einiges Überraschendes dabei. Absolut im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu Silvester steht bei Orietta Sapiente aus Diefflen das gute Essen. Schon beim Aufzählen der italienischen Köstlichkeiten läuft das Wasser im Mund zusammen. Besonders wichtig ist der gebürtigen Italienerin aber die traditionelle Linsensuppe. "Die vielen Linsen bedeuten, dass man im nächsten Jahr viel Geld haben wird", erklärt sie.

Eine besondere Bedeutung, das haben Norbert und Birgit Schwartz aus Gersweiler bei ihrem Mallorca-Urlaub über den Jahreswechsel gelernt, haben für die Spanier die zwölf Weintrauben, die zu jedem Glockenschlag gegessen werden. "Es war ein tolles Silvester , die Kreuzfahrtschiffe haben alle Signal gegeben und Raketen abgefeuert, alle Menschen waren vor der Kathedrale versammelt", schwärmt Norbert Schwartz. In diesem Jahr wird das Ehepaar ganz gemütlich den Abend zu Hause verbringen. "Wir haben keine großen Traditionen , aber um Mitternacht gehen wir nach draußen, den Jahreswechsel wollen wir miterleben. Wir wohnen oben auf dem Berg und haben eine tolle Aussicht auf das Feuerwerk", erzählt er. Passive Feuerwerker sind auch Erhard und Irmgard Chasseur aus Fraulautern. "Böller gibt es bei uns keine, dafür aber Wiener und Kartoffelsalat", sagt Irmgard Chasseur.

Scheinbar zur Tradition wird bei Familie Mahler aus Lauterbach das Grillen zu Silvester . "Früher hatten wir immer Raclette, seit letztem Jahr wird draußen gegrillt" erzählt Petra Mahler. Sie feiert mit der ganzen Familie, "keiner bleibt allein", betont sie. Vor allem die beiden Töchter Annika und Johanna freuen sich auf den Abend. "Dann bekommen wir extra Kindersekt", erklärt Annika.

Weniger Gedanken ums Essen macht sich Svenja Zapp aus Lebach. Sie wird wie in den Jahren zuvor im Freundeskreis feiern. "Jeder bringt was mit, Salat, Baguette und Aufstrich, nichts Besonders", sagt sie.

Ein spektakuläres Reiseziel hat sich Jürgen Closen aus Saarlouis ausgesucht. "Ich werde den Jahreswechsel auf dem Roten Platz in Moskau verbringen", erzählt er. Kurz habe er wegen der Anschlagsgefahr überlegt. "Doch ich bin Single, ich will die Welt sehen. An Weihnachten war ich bei meiner Mutter und den Geschwistern, aber Silvester mache ich Party", erklärt er.

Orietta Sapiente
Jürgen Closen
Erhard und Irmgard Chasseur aus Fraulautern
Viktorija Pavljuk und Oliver Reimsbach
Norbert und Birgit Schwartz aus Gersweiler

Eher ruhig angehen lassen wollen es Oliver Reimsbach aus Großrosseln und Viktorija Pavljuk aus Kerlingen. Das junge Paar wird ebenfalls gemeinsam mit Freunden den Jahreswechsel feiern und um Mitternacht anstoßen. Dabei werden beide, wie sie erzählen, noch einmal an das Jahr 2016 denken. "Das war kein gutes Jahr, das schließen wir ab und hoffen, dass das neue Jahr etwas Besseres bringt", erklärt Oliver Reimsbach.