| 20:06 Uhr

Wohnen in einem Museum

Außenfront des Lothringer Bauernhauses. Fotos: Erhard Grein
Außenfront des Lothringer Bauernhauses. Fotos: Erhard Grein
Gerlfangen. Das Naturparkdorf Gerlfangen ist jetzt um eine Attraktion reicher: Das Museum im "Lothringer Bauernhaus" im Lommerweg 18. Dieses Museum unterscheidet sich in besonderer Weise von Museen im saarländisch-lothringischen Grenzraum. Das sehr alte Bauernhaus, ein Lothringer Einhaus, wurde 1988 von dem Ehepaar Pia und Peter Weber erworben Von SZ-Mitarbeiter Erhard Grein

Gerlfangen. Das Naturparkdorf Gerlfangen ist jetzt um eine Attraktion reicher: Das Museum im "Lothringer Bauernhaus" im Lommerweg 18. Dieses Museum unterscheidet sich in besonderer Weise von Museen im saarländisch-lothringischen Grenzraum. Das sehr alte Bauernhaus, ein Lothringer Einhaus, wurde 1988 von dem Ehepaar Pia und Peter Weber erworben. "Es war", sagt Pia Weber, "eine harte, zeitaufwändige und kostenträchtige Aufbauarbeit, dieses Haus in Stand zu setzen". Es gelang, das von der Familie Nikolaus Genser erworbene Gebäude im alten Stil wohnlich zu machen. Das Äußere des alten Bauernhauses aus der Zeit um 1835, die Vorfläche, der Garten, nicht zuletzt aber die stilvolle Innengestaltung führten 1990 zu einem besonderen Ergebnis: schönstes Bauernhaus im Saarland. Es kamen weitere Prämierungen im Saar-Lor-Lux-Raum hinzu. Die Voreigentümerfamilie Genser hatte viele alte Einrichtungsgegenstände, Mobiliar und landwirtschaftliche Geräte zurückgelassen. Da Webers immer schon ein Faible für den Erwerb alter Gegenstände hatten, konnte gezielt auf Flohmärkten erworben werden, was zum Haus passte. Dazu gehörten auch sakrale Gegenstände. Freunde aus Lothringen, wie beispielsweise Madame Stallknecht aus Oberdorff, kamen zu Webers, um zu beraten, aber auch um Dinge für das Haus, die Scheune, den Stall und den Garten zur Verfügung zu stellen. Sie schätzten, dass das "Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach" nicht nur musealen Charakter hatte. Die Familie Weber bewohnt und nutzt das Anwesen, so dass der Eindruck eines lebendigen Museums entstanden ist. Im Hause Weber fühlt man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt: die offene Feuerstelle mit "Harscht" (großer Rauchabzug) im Backhaus mit Originalküchengeräten aus der Zeit vor 1850, die "Gute Stube" mit Altlothringer Möbeln, das Schlafzimmer mit Möbeln des 19. Jahrhunderts und der Sammlung religiöser Gegenstände aus dem bäuerlichen Alltag und Lothringer Fayencen aus der Zeit von 1780 bis 1850. Im Obergeschoss des Backhauses steht ein Webstuhl aus dem 18. Jahrhundert mit Geräten zur Verarbeitung von Flachs und Leinen. In der Scheune und im Stall ist eine umfangreiche Sammlung von landwirtschaftlichen Geräten und Arbeitswerkzeugen zu sehen. Peter Weber ist der Vorsitzende des Fördervereins Naturparkdorf Gerlfangen. Für ihn und seine Frau Pia soll das Haus Besuchern offen stehen. Wenn es das Wetter zulässt, kann auch der Bauerngarten mit altem Baum- und Strauchbestand besichtigt werden. Es gibt auch Köstlichkeiten: Pia Weber probiert gerne alte Rezepte aus. Sie stellt alle Marmeladen selbst her. Die Webers sind gerne bereit, einen Besuch im naturnahen Garten des Ehepaares Marita und Werner Hilt in Gerlfangen zu arrangieren.Besichtigungen finden nur nach Vereinbarung unter Telefon (06833) 16 51 statt. Eine Führung durch Haus und Anwesen kostet 3,50 Euro, für Gruppen gibt es Preise nach Absprache.




Details der Küche mit dem alten Küchenherd.
Details der Küche mit dem alten Küchenherd.
Unsere Fotos zeigen einmal das alte Bauernhaus im Jahre 1911 (Repro Erhard Grein) und "Gerlf Museum Weber" 001 und 002 mit der Außenfront des Lothringer Hauses und 012 Detail der Küche mit dem alten Küchenherd. Fotos: Erhard GreinSo sah das alte Bauernhaus im Jahre 1911 mit seinen Bewohnern aus. Repro: Erhard Grein
Unsere Fotos zeigen einmal das alte Bauernhaus im Jahre 1911 (Repro Erhard Grein) und "Gerlf Museum Weber" 001 und 002 mit der Außenfront des Lothringer Hauses und 012 Detail der Küche mit dem alten Küchenherd. Fotos: Erhard GreinSo sah das alte Bauernhaus im Jahre 1911 mit seinen Bewohnern aus. Repro: Erhard Grein