Traumflugzeug in HandarbeitIn jeder freien Minute wird gearbeitet

Piesbach/Gerlfangen. In Heimarbeit bauen sich drei Flugbegeisterte aus Piesbach, Gerlfangen und St. Wendel gemeinsam ein Sportflugzeug. Spätestens im Sommer wollen die drei Hobbypiloten ihr Leichtflugzeug aus dem Baukasten fertiggestellt haben

 Im St. Wendler Autohaus werden die Flugzeugteile lackiert. Fotos (2): SZ

Im St. Wendler Autohaus werden die Flugzeugteile lackiert. Fotos (2): SZ

 Manfred Albrecht

Manfred Albrecht

 Im St. Wendler Autohaus werden die Flugzeugteile lackiert. Fotos: SZ

Im St. Wendler Autohaus werden die Flugzeugteile lackiert. Fotos: SZ

 Manfred Albrecht

Manfred Albrecht

Piesbach/Gerlfangen. In Heimarbeit bauen sich drei Flugbegeisterte aus Piesbach, Gerlfangen und St. Wendel gemeinsam ein Sportflugzeug. Spätestens im Sommer wollen die drei Hobbypiloten ihr Leichtflugzeug aus dem Baukasten fertiggestellt haben. Die viersitzige, überwiegend aus Kohlefaser hergestellte Maschine vom Typ "DynAero MCR4S" statten sie mit modernster Technik, unter anderem einem Fallschirmrettungsgerät und Satellitennavigation, aus. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde und kann knapp 2000 Kilometer nonstop fliegen. Bis es soweit ist, haben der Piesbacher Hartwig Baron, Georg Pusse aus Gerlfangen und der St. Wendler Manfred Albrecht noch einiges in ihrer Freizeit zu tun. Die Arbeit an ihrem Traumflugzeug haben sie sich aufgeteilt, je nach persönlichen Fähigkeiten. Mal wird zu Hause in der Garage bei dem einen, danach bei den beiden anderen am Flugzeug gewerkelt. "Rumpf, Cockpit und Motor sind fast fertig", erläutert Hartwig Baron. Der 60-jährige Piesbacher ist Flugzeugbau-Ingenieur. Er bringt die größte Erfahrung mit in dieses Projekt. Für ihn ist es bereits das dritte selbst gebaute Hobbyflugzeug. Seine Nachbarn wundern sich schon mal, wenn samstags statt seines Autos ein halb fertiges Flugzeug in der Garageneinfahrt oder vor dem schmucken Eigenheim steht. "Wir nutzen jede freie Minute, um das Gerät flugtauglich zu machen", sagt Baron. Als Elektroniker kümmert sich der Gerlfanger Pusse um die elektrischen Verkabelungen sowie die Cockpit-Technik. Der St. Wendeler Autohausbesitzer und Segelflug-Weltrekordler Manfred Albrecht übernimmt die Lackierarbeiten am Flugzeug. Den Bausatz für dieses Flugzeug haben die drei Hobbypiloten im französischen Dijon bei der Herstellerfirma für 150 000 Euro gekauft und dort abgeholt. Nach dem Zusammenbau muss das Flugzeug per Anhänger wieder nach Frankreich gebracht und vom Hersteller technisch überprüft werden. Sobald eine vorläufige Flugzulassung in Frankreich erteilt ist, müssen die drei Saarländer 15 Flugstunden und 50 Starts sowie Landungen in der Gegend von Dijon mit ihrer selbst gebauten "fliegenden Kiste" absolvieren. Erst wenn es dabei keine Beanstandungen gibt, kann die Maschine nach Hause überführt werden. Was kostet so ein Flugzeug, wenn man es fertig kaufen würde?Manfred Albrecht: Die Maschine kann man nicht kaufen. Das Flugzeug gibt es nur als Bausatz.Wie viel Arbeit steckt in dem Eigenbau?Albrecht: Wir haben Mitte Dezember angefangen. Seitdem haben wir kräftig rangeklotzt und jeden Samstag, jeden Sonntag, einfach jede freie Minute daran gearbeitet. Momentan liegen die Tragflächen bei uns im Autohaus-Schauraum, weil wir die Lackierung übernommen haben. Am Samstag nach Ostern wurden die Tragflächen mit dem Rumpf verbunden. Bislang stecken rund 1500 Arbeitsstunden in dem Flugzeug, 300 Stunden werden wir wohl noch brauchen.Wo und wie soll das Flugzeug eingesetzt werden?Albrecht: Standort des Flugzeuges soll der Segelflugplatz in Marpingen werden. Dorthin soll die Maschine im Zeitraum zwischen Ende Mai bis Ende Juni überführt werden, um Segelflugzeuge in die Luft zu bringen. Zudem kann die Maschine für Rundflüge eingesetzt werden.Hat das Projekt Ihre Erwartungen erfüllt?Albrecht: Ich würde noch einmal genau so ein Ding bauen. Es hat alles, was wir wollten: Die Maschine kann als Schleppflugzeug eingesetzt werden. Sie ist leicht und schnell. Was heute noch sehr selten bei Motorflugzeugen ist, dass die Maschine sehr leise ist. Zudem bietet das Flugzeug sehr viel Sicherheit. Das Rettungssystem umfasst eine Rakete, die im Notfall gezündet werden kann und die den Fallschirm herauszieht. Das Flugzeug hängt dann komplett mit der Besatzung am Fallschirm. "Wir nutzen jede freie Minute, um das Gerät flugtauglich zu machen." Hartwig Baron"Rumpf, Cockpit und Motor sind fast fertig." Hartwig Baron

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