Thema Klimaschutz interessiert scheinbar nicht alle

Klimaschutz : Dabei wollten wir nur helfen

Ein guter Rat ist nicht immer willkommen, musste SZ-Redakteurin Astrid Dörr kürzlich lernen.

Dinge gibt es, die gibt es nicht…. Und doch. Als ich kürzlich mit meinem Mann unterwegs war, mit dem Auto, mussten wir noch tanken. Auf dem Heimweg hielten wir an der Tankstelle an, und blieben mit dem Auto an einer freien Zapfsäule stehen.

Ich bin ausnahmsweise mit ausgestiegen, da ich mir die Beine vertreten wollte. Dabei fiel mir auf, dass hinter uns ein Auto stand, ohne Fahrer oder Insassen. Was alleine nicht unbedingt außergewöhnlich war…., aber der Motor lief. Und er lief und lief und lief…

Ich sagte zu meinem Mann: „Komisch, wo der Fahrer wohl ist?“ In Zeiten, in denen der Klimaschutz eine Rolle spielt, fanden wir beide, dass es doch nicht nötig sein müsste, das Auto über mehrere Minuten mit laufendem Motor an der Tankstelle zu „parken“. Außerdem fragte ich mich, was passiert, wenn ich jetzt einsteigen und wegfahren würde?

Als könne mein Mann Gedanken lesen, näherte er sich dem Auto und öffnete die Tür. Der Schlüssel steckte…. Wie ein aufgescheuchtes Huhn kam der Fahrer aus dem Geschäft und wurde direkt batzig. „Was haben Sie an meinem Auto verloren?“, raunzte er uns an. In ruhigem Ton gab ich ihm zu verstehen, dass es doch unnötig sei, das Auto so lange mit laufendem Motor stehen zu lassen. Erwähnt sei noch, dass es an diesem Tag nicht so heiß war, dass man die Klimaanlage hätte laufen lassen müssen, zumal der Wagen im Schatten stand.

Ich sagte ihm, dass wir es nur gut gemeint hätten, und schauen wollten, ob der Schlüssel steckt. Wir machten ihn darauf aufmerksam, wenn jemand mit dem Auto wegfahren würde, er von der Versicherung nichts bekäme. Interessierte ihn nicht, im Gegenteil, antwortete er: „Was würden Sie denn sagen, wenn ich in ihr Auto einstiegen und wegfahren würde?“

Foto: SZ/Robby Lorenz

Ich antwortete nur, dass das nicht ginge, denn bei unserem Auto steckt kein Schlüssel mehr. Er kann zwar wegfahren, aber sobald der Motor aus ist, lässt sich der Wagen nicht mehr starten. Was ich am Schlimmsten fand: Der junge Mann rastete direkt aus, drohte damit, uns in die, sorry dafür, wörtlich „Fresse“ zu schlagen und näherte sich verdächtig meinem Mann, ich ging dazwischen und beruhigte ihn, er solle einfach einsteigen und wegfahren und sich mal Gedanken machen, ob wir nicht doch ein klein wenig Recht haben.….