Gaffer auf der A 620 beweisen: Unglaublich aber wahr kommt häufiger vor

Wochenkolumne Saarlouis : Unvorstellbar ist ziemlich oft

Versprochen, dass wir es nicht versprechen, darauf zu verzichten. Notfalls muss man eben ziemlich häufig über Unglaubliches schreiben.

Wahrscheinlich darfst du so etwas nicht versprechen wie: „Wir sagen zu, nicht so häufig zu schreiben, dass Dinge kaum zu glauben oder unvorstellbar sind.“ Stichwort Kinderbetreuung, die vorige Woche an dieser Stelle Thema war. Unglaublich, was in Wallerfangen diesbezüglich passiert, oder eben unterlassen wird.

Als die ersten Feuerwehren sich mit Sichtschutzwänden ausrüsteten, um Opfer vor Schaulustigen abschirmen zu können, konnte das eigentlich nur Kopfschütteln auslösen: Es kann doch nicht wahr sein, dass das nötig sein soll. Und ob. Nicht nur die Richtungsfahrbahnen, auf denen Autobahn-Unfälle passieren, sind im Nullkommanix dicht, sondern auch die entgegenkommenden. Langsam vorbeifahren und möglichst noch ein „geiles“ Foto machen. Das g-Wort scheint zu passen, denn ein solcher Kitzel muss es wohl sein bei den Gaffern.

Ob das zu überbieten ist? Unvorstellbar, aber Dienstag so geschehen. Die Rettungsgasse zum Unfalleinsatz kurz vor der Abfahrt Wadgassen aus Richtung Saarlouis wird von vier Fahrzeugen blockiert, eines kommt den Einsatzkräften sogar entgegen. Es gibt seltene Einigkeit im Netz: 240 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot sind als Strafe für solche Taten schon mal ein Ansatz, aber eigentlich viel zu glimpflich.

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