Saar-Hobby in der Stadthalle Dillingen

Saar-Hobby : Hobbys aus Leidenschaft

Auf der Saar-Hobby-Ausstellung in Dillingen präsentierten am vergangenen Wochenende rund 80 Künstler ihre Werke.

Die Saar-Hobby hat am Samstag und Sonntag  wieder viele Besucher in die Dillinger Stadthalle gelockt. Die Stadthalle war der Treffpunkt für Hobby-Bastler, -Künstler, und natürlich für Besucher. Bei freiem Eintritt präsentierten an zwei Tagen und auf zwei Etagen über 80 Aussteller ihre Hobbys: Töpferei und Keramik, Malerei, Handarbeiten, Grußkarten, Liköre, Seifen, Kerzen, Spielzeug, Kuscheltiere, Schmuck, Edelsteine, astronomische Fernrohre, Hand bemaltes oder auch Krippen und Weihnachtsschmuck für die kommenden Festtage waren unter vielem anderem zu sehen.

Vielen Hobby-Ausstellern kann man auf der Saar-Hobby über die Schulter schauen oder man konnte sich hilfreiche Tipps geben lassen. Wer wollte, konnte auch selbst mitmachen, zum Beispiel mit einem kleinen Spielchen bei der Schachjugend der DJK Dillingen. Spannend auch die Buddel-Schiffe von Roger Histel, der aus Neunkirchen nach Dillingen gekommen war. Seit über 50 Jahren baut der 70-Jährige Buddelschiffe. Sein Interesse am Schiffsmodellbau wurde bereits als Kind beim Urlaub im Norden geweckt. Angefangen hat er mit Papierschiffen. Dann hat ihm ein Hafenmeister während eines Ferienlagers an der See beigebracht, wie man Buddelschiffe baut. Dabei ist er bis heute geblieben. „Das ist ein reines Hobby“, sagt Histel, der inzwischen seine Buddelschiffe nur noch während seiner Campingurlaube an der Nordsee in Ostfriesland bastelt: „Das Werkzeug dazu habe ich immer dabei. Dann braucht man noch Bambus und Streichhölzer und eine Flasche natürlich.

Aber die gibt’s ja überall.“ Roger Histel beschränkt sich dabei nicht nur auf Schiffe in der Flasche, er kreiert ganze Hafenzeilen, Miniaturlandschaften, alte Werften, sogar historische Szenerien, wie etwa verschiedene Motive der Amundsen-Expeditionen zu den Polen oder durch die Nordwestpassage. Etwa 70 solcher Flaschenkunstwerke zählt Histel derzeit zu seiner Sammlung. Gebastelt hat er bedeutend mehr. „Mir geht es weniger um den Verkauf, ich möchte meine Stücke einfach nur zeigen“, sagt er. Denn es gibt durchaus auch Stücke, die er nie verkaufen würde, stecken doch in den Miniaturen teils über 120 Arbeitsstunden.

Viel Arbeit macht sich auch Alfons Theobald aus Saarlouis, der zum dritten Mal in Dillingen dabei ist. Er baut Holzspielzeug, allem voran Schaukelpferde. „Tatsächlich habe ich das erste Schaukelpferd für mein Enkelkind gebaut“, erinnert sich der 80-jährige Rentner. Dabei hat Theobald beruflich „genau das Gegenteil“ gemacht. Als Rohrschlosser war sein Werkstoff Metall. Heute ist es Holz. Der kreative Bastler macht vor dem klassischen Schaukelpferd übrigens nicht halt. In seinem Bastelkeller entstehen auch Schaukel-Motorräder, etwa eine Schaukel-Vespa oder eine Schaukel-Harley-Davidson. „Wenn man ein paar Stunden am Tag daran arbeitet, braucht man etwa zwei Wochen dafür“, sagt Theobald. Dabei treffen seine Schaukel-Motorräder nicht nur den Geschmack der Kleinsten.

Er habe auch schon ein Schaukel-Motorrad an einen Motorradfan verkauft, der sich das gute Stück zur Zierde in die Wohnung gestellt hat. Den Hobby-Bastler freut das natürlich. „Das macht mir einfach Spaß“, sagt er, „und man hängt nicht dauernd am Fernsehen.“ Und offensichtlich hält ein solches Hobby auch jung.

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