Volksbühne Pachten – Familiärer Irrsinn

Proben : Familiärer Irrsinn bei der Volksbühne Pachten

„Aich benn da Herr em Haus“, behauptet Willibald. „Onn ich hann dat Saan“, macht Amanda unmissverständlich klar. Keine guten Bedingungen für eine tolle Ehe, aber viel Potenzial für einen unterhaltsamen Abend mit der Volksbühne Pachten am jetzigen Wochenende.

Der Dreiakter von Hermann Eistrup dreht rund zwei Stunden lang am Rad des familiären Irrsinns. Der überträgt sich auch auf die beiden verliebten Töchter und auf die Nachbarn. Denn nach 22 Jahren ist nicht nur der Lack ab, der die Ehe zusammengehalten hatte. Doch dann deutet sich für Willibald (Bernhard Schmitt) eine erlösende Botschaft an: Sind er und Amanda (Christine Henseleit) überhaupt verheiratet? Zwischendurch fällt Willibald vom Kirschbaum und die dunkle Kellertreppe hinunter.

Mit bandagierten Händen sitzt er hilflos da, während Amanda dominiert, denn „dat half Haus gehert ema noch mir“. Bei den Proben am Donnerstagabend kreuzten sich Vorwürfe und Ausreden. Ein dunkler Kurschatten hing über der Ehe, die verschrobenen Charaktere näherten sich von Akt zu Akt dem Kollisionspunkt. In Form gebracht von den Spielleiterinnen Maria Kraft und Christiane Nilles-Schmitt, vorangetrieben von einer bissigen Christine Henseleit auf Hochtouren.

Die Volksbühne Pachten spielt „Der arme Willibald“ am Samstag, 26. Oktober, 20 Uhr, in der Römerhalle Pachten, sowie am Sonntag, 27. Oktober, 18 Uhr. Karten im Vorverkauf bei Café Robert und an der Abendkasse, jeweils acht Euro.

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