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Schandalen feiern im Schlammbad

 So sehen Sieger aus: Die Schandalen gewannen den Bohnental-Fünfkampf. Foto: Faber
So sehen Sieger aus: Die Schandalen gewannen den Bohnental-Fünfkampf. Foto: Faber FOTO: Faber
Überroth-Niederhofen. Eine Woche lang stellten elf Damen- und 19 Herrenteams das Bohnentaldörfchen Überroth auf den Kopf. Rund 500 Sportler gingen beim vom Förderverein des Sportvereins veranstalteten Bohnental-Fünfkampf an den Start. Die Schandalen und die Wadenbeißer feierten ihren Pokalsieg mit einem ausgiebigen Schlammbad. Von SZ-Mitarbeiter Frank Faber

Jubelschreie, Sekt- und Bierduschen und der obligatorische "Diver" im Schlamm: Zum Abschluss der Fünfkampfwoche lassen die Siegerteams ihren Emotionen freien Lauf. "Die Vorfreude auf den Wettkampf ist schon riesig. Jetzt wollen wir den Sieg richtig auskosten", jubelt Max Herrmann, der mit den Wadenbeißern in der männlichen Konkurrenz den Titel holt.

Im Endspiel besiegen die Wadenbeißer den Rivalen Panathinaikos Pyrosis. Nach den Siegen im Fußball und Tauziehen, machen sie beim Korbballwerfen den Erfolg schon nach drei von fünf Disziplinen perfekt. Gestandene Männer wie Joachim Müller, oder Sven Dewes rasten beim Schlammbad völlig aus.

Dreckrutsche statt Bierdusche

Kurz darauf gehen die Schandalen steil. "So sehen Sieger aus", grölen sie lautstark und setzen zum Hechtsprung in den Matsch an. Im weiblichen Finale haben die Mädels aus Schmelz die Pink Panthers aus Überroth bezwingen können. "Wir waren sehr motiviert und wollten das Ding hier reißen", sagt die dreckverschmierte Selina Robert von den Schandalen. Einige der siegreichen Mädels haben als Kind ihre Väter beim Fünfkampf in Überroth angefeuert, die als Fetzianer ein halbes Dutzend Mal den Pott gestemmt haben. "Es ist Jahr für Jahr einfach unglaublich, was hier los ist", sagt Turnierleiter Siegfried Zöhler.

Bei allem sportlichem Ehrgeiz stehe der Spaß und das freundschaftliche und faire Miteinander immer im Mittelpunkt. "Spaß haben ist die sechste Disziplin", lautet die klare Vorgabe von Pink Panthers-Spielführerin Angela Kasper.

Vor Spielbeginn beladen die Teams den Bollerwagen mit Zielwasser, schalten die Musikanlage ein und ziehen zu den Aktionsflächen. Der kultige Spaßwettkampf besteht aus den fünf Disziplinen Fußball, Tauziehen, Korbballwerfen, Torwandschießen und Dosenwerfen. Die Disziplinen werden in unmittelbarer Reihenfolge ausgetragen. Sieger eines Wettkampfes ist das Team, welches die meisten Disziplinen gewinnt. "Wenn man das Fußballspiel gewinnt, hat man noch nichts gewonnen", schildert Wadenbeißer Sven Dewes. Unterwegs greifen die Sportler zu den unterschiedlichsten Motivationshilfen. Zum Beispiel nehmen die Pink Panthers ein Gemisch aus Eistee und Korn zu sich, oder erfrischen sich mit der nach einem Geheimrezept selbst hergestellten Muttermilch. Nach jedem Wettkampftag wird dann bis in die Puppen abgefeiert. DJ Mario legt dazu in der Ladies-Night und zum Abschluss bei der großen Players-Party die passenden Hits auf. "Anfang bis Mitte der Woche hatten wir schon noch mit den Wetterkapriolen zu kämpfen", resümiert Turnierleiter Zöhler. Bei heftigen Regenschauern habe er den Teams angeboten, das Fußballspiel zu streichen und als Unentschieden zu werten. "Alle wollten aber spielen", berichtet er. Eines steht schon jetzt fest: Im kommenden Jahr wird sich in Überroth das einwöchige Spektakel zum 37. Mal wiederholen.


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Auf einen BlickSieger bei den Männern wurden die Wadenbeißer vor Panathinaikos Pyrosis, den Beer Brothers und den Glasbier Rangers. Den weiblichen Wettkampf gewannen die Schandalen, vor den Pink Panthers, Completely Crazy und dem Stammtisch Ährisch Närrisch. frf