| 21:00 Uhr

Parlamentswahl in Luxemburg
Parteienlandschaft und die Spitzenkandidaten

Luxemburg. Die Politik Luxemburgs war seit Kriegsende von der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) geprägt. 2013 bildete der Liberale Xavier Bettel mit Sozialdemokraten (LSAP) und Grünen die jetzige Regierung. dpa

Luxemburg wird von Koalitionen regiert. Auch die CSV als traditionell stärkste Partei hat niemals alleine mit einer absoluten Mehrheit regieren können. Bei der Parlamentswahl 2013 hatte die CSV einen Verlust von 4,3 Prozentpunkten erlitten und war mit 23 der insgesamt 60 Sitze in der Abgeordnetenkammer stärkste Kraft geworden. LSAP (13 Sitze), Liberale DP (13) und Grüne (sechs) erreichten jedoch mit insgesamt 32 Sitzen eine eindeutige Mehrheit im Parlament. Außerdem sind in der scheidenden Kammer die rechtskonservative Alternative Demokratische Reformpartei (ADR) mit drei und die Linke mit zwei Sitzen vertreten.


Die Spitzenkandidaten der Parlamentswahl am Sonntag sind:

Xavier Bettler (Demokratische Partei/DP): Der Jurist ist seit Ende 2013 Premierminister. Zuvor war er Bürgermeister der Stadt Luxemburg (2011-2013). Als Regierungschef stand er für einen Neuanfang: Er trieb die Trennung von Staat und Kirche voran und verschärfte das Steuerrecht, damit Luxemburg nicht mehr als „Steueroase“ kritisiert wird. Als erster EU-Regierungschef ist er (45) mit einem Mann verheiratet.



Claude Wiseler (Christliche-Soziale Volkspartei/CSV): Der Literaturwissenschaftler (58) war zunächst als Lehrer tätig, bevor er in die Politik ging: Nach zwei Ministerjobs (seit 2004) unter anderem für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur ist er seit 2014 Fraktionschef seiner Partei.

Etienne Schneider (Sozialdemokraten/LSAP): Der 47-jährige Ökonom ist seit 2013 stellvertretender Premierminister sowie Minister für Wirtschaft, Minister für innere Sicherheit und Minister der Verteidigung. Er strebt ebenfalls das Amt des Regierungschefs an. Seit 2016 ist er mit seinem Lebensgefährten verheiratet.

François Bausch (Grüne/Déi Gréng): Der Eisenbahner ist seit Ende 2013 Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur. Vor seiner politischen Laufbahn war der 61-Jährige Beamte bei der Luxemburger Eisenbahngesellschaft. 1989 wurde er erstmals ins Parlament gewählt. Bausch förderte die Einrichtung einer hochmodernen Straßenbahn in Luxemburg.