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Auch Völklinger Trinkwasser gefährdet?: Grüne warnen vor Grubenwasser-Anstieg

Auch Völklinger Trinkwasser gefährdet? : Grüne warnen vor Grubenwasser-Anstieg

Fraktionschef will Resolution gegen Antrag der RAG im Völklinger Stadtrat beraten und verabschieden lassen.

(red) Manfred Jost, Vorsitzender der Stadtratsfraktion der Völklinger Grünen, hat Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) aufgefordert, einen Resolutionsentwurf der Grünen zur Grubenwasser-Problematik in die nächstmögliche Hauptausschuss- und Stadtratssitzung zur Beratung und Beschlussfassung einzubringen.

Unter der Überschift „Risiken für die Bürgerinnen und Bürger ausschließen – Grubenwasseranstieg verhindern!“ teilt Jost hier Folgendes mit: Im März 2013 habe der Bergbaukonzern RAG erstmals öffentlich erklärt, dass er plane, dasGrubenwasser im Saarland bis zum freien Auslauf auf minus (-)  190 Meter Normal Null (NN) komplett ansteigen zu lassen. Dies widerspreche früheren Vereinbarungen im Erblastenvertrag aus dem Jahr 2007, als der Konzern noch erklärt habe, das Grubenwasser ewig abzupumpen.

Bereits im Februar 2013 sei der erste Schritt, die Flutung des Grubenwassers im Bergwerk Saar von -1450 Meter NN auf -400 Meter NN, vorbei an der Öffentlichkeit genehmigt worden. Dagegen hätten die Gemeinden Nalbach und Ensdorf sowie die Stadt Saarlouis inzwischen Rechtsmittel eingelegt. Deshalb sei die Flutung derzeit gestoppt und das Grubenwasser werde weiter abgepumpt.

Als nächsten Schritt habe die RAG Ende August 2017 beantragt, das Grubenwasser auf -320 Meter NN in Duhamel und Reden ansteigen zu lassen. Mit der Offenlegung dieser Unterlagen am 16. Oktober seien  die Städte und Gemeinden sowie die Träger öffentlicher Belange aufgefordert, ihre Stellungnahmen in diesem Planfeststellungsverfahren abzugeben. Auch die Bürger könnten ihre Einwände einbringen.

Die Unterlagen beinhalteten auch ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten von Prof. Jürgen Wagner sowie eine Plausibilitätsprüfung eines von der RAG vorgelegten Gutachtens zum Thema Erderschütterungen. Die Ergebnisse dieses unabhängigen Gutachtens seien mehr als Besorgnis erregend, denn die Auswirkungen dieses Grubenwasseranstiegs auf -320 Meter NN könnten größer sein als bisher angenommen. Dies zeigt schon, dass nach Ansicht des unabhängigen Gutachtens Städte betroffen wären, die gar nicht erst im Betrachtungsraum des Planfeststellungsverfahrens lagen wie Saarbrücken oder St. Ingbert.

Auch im Bereich der Stadt Völklingen gelte es, das Trinkwasser zu schützen, so Jost. Die Bandbreite der Beeinflussung reiche von „vernachlässigbar“ bis „beachtenswert“, schreibe der unabhängige Gutachter im Kapitel 7 auf Seite 33 seiner Darlegungen.