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Eine geheime Verschwörung?: Weihnachten lauert im Keller

Eine geheime Verschwörung? : Weihnachten lauert im Keller

Jetzt ist es endgültig fällig, die Sommersachen sicher unterzubringen. Im Keller werden sie den Winter überstehen. Doch beim Aufräumen trifft man schon auf die nächste Herausforderung.

Wehmut macht sich breit. Am Samstag habe ich den Sommer beerdigt. Alle Gartenmöbel wandern vom Balkon in den Keller. Das Olivenbäumchen bekommt seinen Filz­umhang umgelegt (man weiß ja nie – der erste Nachtfrost lauert schon) und der Lavendel in den Blumenkästen ist auch nicht mehr das, was er noch vor zwei Monaten war- ein kraftstrotzendes, lilafarbenes, duftendes Gewächs.

Im Keller ist es wenigstens schön warm. Die Ölheizung bullert vor sich hin. Und ich stolpere im dämmrigen Licht über - was ist das denn? Nein, nicht doch, das passt in die elegische Stimmung. Es ist der Christbaumständer, der sich in Erinnerung bringt.

Ganz schön früh,  mein Freund. Falls der sich Hoffnung gemacht hat, mit nach oben zu dürfen, gewissermaßen im Austausch für die Gartenmöbel, hat er sich geschnitten. Ich verdächtige ihn sowieso, Mitglied einer geheimen Verschwörung zu sein, nämlich der „Weihnachtsimmerfrüherüberfallfraktion“. Wahrscheinlich steht er in irgendeinem für uns unsichtbaren Kontakt zu anderen Weihnachtsartikeln. Wie und auf welche Weise er mit Weihnachtsplätzchen, Krippen,  und Lichterketten konferiert,  konnte ich noch nicht endgültig klären. Aber ein Zusammenhang muss zweifellos da sein.

Wieso sonst fühle ich mich  verfolgt, wenn ich nur zu einem harmlosen Eisschrankbefüll-Einkauf starte und fühle mich blitzschnell umzingelt? Nein mein Freund, das wird heute nichts, ich knipse schnell das Licht im Keller aus und nehme drei Stufen auf einmal – bis hoch in die Wohnung.

Vielleicht bleibt er mal dieses Jahr aus Protest ganz aus der Wohnung raus, Weihnachten ohne Baum und -ständer, ohne Süßkram, ohne Geschenkekonsumterror? Welch verlockende Vorstellung.“ Da meldet sich die Tochter aus dem Off: „Mama, ich hab da mal einen Wunsch, demnächst ist doch Nikolaus . . .“