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Handball-Oberliga: Die ganz besondere Herausforderung

Handball-Oberliga : Die ganz besondere Herausforderung

In der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wird aufgrund der Corona-Pandemie kein Spiel mehr ausgetragen. Die Leitung der Liga hat kurz vor Ostern den Saisonabbruch bekanntgegeben. Der künftige Trainer Alexander Hewener betrachtet sein Engagement bei der HSG Völklingen auch deshalb als spezielle Aufgabe.

Schluss, aus und vorbei: Kurz vor Ostern hat der Präsident der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, Peter Josef Schmitz, die Vereine informiert, dass die Spielzeit 2019/2020 aufgrund der Corona-Pandemie beendet ist. „Bezüglich der Wertung ist noch keine Entscheidung getroffen. Diese findet in Abstimmung zwischen den Ligen und Landesverbänden und mit der hierfür eingesetzten Arbeitsgruppe des Deutschen Handballbundes statt“, heißt es in einem Schreiben. Die HSG Völklingen kann dieser Entscheidung gelassen entgegen sehen. Als Tabellenachter ist sie nicht ins Aufstiegsrennen involviert – und soweit von der Abstiegszone entfernt, dass sie selbst dann nicht in die Saarlandliga müsste, wenn der Verband sich entscheidet, dass es Absteiger geben wird. Unabhängig davon hat Oberliga-Schlusslicht HC Dillingen-Diefflen übrigens angekündigt, kommende Saison in der Saarlandliga antreten zu wollen.

Obwohl die HSG Völklingen nicht direkt von der Entscheidung, ob es nach dem Saisonabbruch Auf- oder Absteiger geben wird, betroffen ist, sagt der künftige Trainer Alexander Hewener: „Es ist eine besondere Herausforderung, den Cheftrainer-Posten in so einer Situation zu übernehmen.“ Was der aus Püttlingen stammende und mit Freundin Tanja in Altenkessel lebende 33-Jährige damit meint: „Wir wissen ja noch nicht genau, wann es wieder losgeht. Und wenn es Aufsteiger aus den unteren Ligen, aber keine Absteiger geben sollte, würde es wohl kommende Saison eine deutlich größere Anzahl an Spielen und mehr Absteiger geben.“

Auch muss Hewener, der HSG-Trainer Claude Dolic ablösen wird, aufgrund der langen Pause eine andere Art der Saisonvorbereitung durchführen. Schließlich haben die Spieler länger keinen Ball mehr in der Hand gehabt. Zwar halten sie sich individuell fit, ein Mannschafts-Training ist aber eine andere Belastung. Deshalb wird auch die Verletzungsvorbeugung eine Rolle spielen – hätte sie bei Hewener aber ohnehin. „Ich mache ein Studium als Physiotherapeut. Daher habe ich da berufsbedingt ein wenig Hintergrund“, sagt der 33-Jährige, der gerade auf die Ergebnisse seiner Prüfung zur Trainer-C-Lizenz wartet.

Der künftige Trainer der HSG Völklingen: Alexander Hewener. Foto: Alexander Hewener/Hewener

Im Austausch zum Thema Fitness und Prävention steht sich Hewener mit dem aus Luxemburg stammenden ehemaligen HSG-Spieler Jeff Paulus, der in Saarbrücken Sportwissenschaften studierte. Der mit Hewener befreundete Paulus arbeitet als Personal-Trainer und besitzt ein Fitness-Studio.

Eine besondere Herausforderung wird Heweners Engagement als Trainer der HSG Völklingen aber auch, weil es im Oberliga-Kader einen personellen Umbruch geben wird. Leistungsträger wie Alexander Saunus, der zu den HF Illtal wechselt, oder Thomas Jung, der sich der VTZ Saarpfalz anschließt, werden den Verein verlassen. Mit überwiegend jungen Neuzugängen will Hewener, der diese Saison Co-Trainer unter Dolic war, vor allem auf ein hohes Tempo im Spiel der HSG Völklingen setzen. „Ich bin ein Freund von offenem und aggressivem Spiel“, erklärt der 33-Jährige.

Einer, der hierfür eingeplanten Neuzugänge, hat dem Oberligisten allerdings wieder abgesagt: Felix Faller, der wie Marko Mrsic und Malte Fidelak vom HC Dillingen-Diefflen zur HSG Völklingen wechseln wollte, hat sich für einen Verbleib bei seinem Club entschieden. „Das ist ärgerlich. Mehr will ich dazu nicht sagen“, erklärt Hewener.

Auch aufgrund der Absage von Faller sollen noch zwei neue Spieler her. „Für den Rückraum und die Außenposition“, sagt Hewener: „Im Moment gestaltet sich die Suche aber schwierig, weil man sich mit niemandem treffen kann.“ Dies ist ein weiterer Punkt, der Heweners Trainer-Engagement bei der HSG Völklingen zu einer besonderen Herausforderung macht.

Hewener stand früher unter anderem für den HSV Püttlingen, die HSG Völklingen und den TBS Saarbrücken als Rückraumspieler auf dem Feld. Zum Handballsport kam er im Alter von drei Jahren über seinen Vater Helmut, der für den HSV Püttlingen auflief. Vor zwei Jahren startete Alexander Hewener seine Trainer-Laufbahn quasi in Eigeninitiative. „Als ich damals gehört habe, dass bei der zweiten Mannschaft der HSG Völklingen Florian Meyer aufhört, bin ich zum Vorsitzenden Stefan Hoff gefahren und habe ihm gesagt, dass ich gerne dieses Team trainieren würde, weil ich einfach Bock hatte, als Trainer zu arbeiten“, berichtet der 33-Jährige. Hoff stimmte zu und zeigte sich sehr zufrieden mit Hewener. „Alexander hat bei unserer Reserve aus einem wilden Haufen eine gute Mannschaft geformt. Er ist ein Mann für die Zukunft, den wir aufbauen wollen“, sagte Hoff vor ziemlich genau einem Jahr, als Hewener als Co-Trainer von Claude Dolic vorgestellt wurde.