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Chefarzt in Völklinger Corona-Zentrum hält Grenzschließung für sinnlos

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus im Saarland : Chefarzt in Völklinger Corona-Zentrum hält Grenzschließung für sinnlos

Die Grenzübergänge zu Frankreich und Luxemburg sind seit einigen Wochen geschlossen. Das soll der Eindämmung der Corona-Pandemie dienen. Doch ein Chefarzt, der in Völklingen zahlreiche Corona-Patienten behandelt, darunter auch schwerste Fälle, hält den Schritt für sinnlos.

Die Schließung von Grenzübergängen zu Luxemburg und Frankreich zur Eindämmung der Corona-Pandemie stößt unter Medizinern auf Kritik. Prof. Dr. Harald Schäfer, Chefarzt im Corona-Behandlungszentrum der SHG-Kliniken in Völklingen, sagte der Saarbrücker Zeitung: „Ich kann diese Maßnahmen nicht nachvollziehen.“

Der Lungenmediziner, Chefarzt der Inneren Medizin und des Lungenzentrums Saar, erklärte: „Viren kennen keine Grenzen, heißt es immer – und das stimmt auch. Das Entscheidende ist, dass man eine gemeinsame Strategie verfolgt. Einfach nur die Grenze zuzumachen, ist nicht hilfreich. Zumal es in Frankreich viel stärkere Einschränkungen im öffentlichen Leben gibt.“

Die SHG-Kliniken Völklingen sind neben dem Universitätsklinikum in Homburg und den Saarbrücker Winterberg-Kliniken eines der drei saarländischen Corona-Zentren, in denen schwerste Fälle behandelt werden. Zusätzlich zur Intensivstation für Covid-19-Patienten wurde eine vom übrigen Klinikbetrieb abgetrennte Isolationsstation mit 22 Plätzen für weitere Corona-Patienten errichtet. Die Klinik hat auch bereits schwerkranke Patienten aus Frankreich aufgenommen, weil dort die Behandlungskapazitäten erschöpft waren.

Die SHG-Kliniken sind selbst von den Grenzschließungen betroffen, weil sie 65 Grenzgänger aus Frankreich beschäftigen, die nun zum Teil weite Umwege in Kauf nehmen müssen, weil sie die Grenze nur noch an wenigen Übergängen wie der Goldenen Bremm oder in Überherrn passieren können.