Sulzbacher Bürger bei Stichwahl gefordert

Die Positionen sind klar : Das letzte Wort haben die Sulzbacher

Die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der rund 17 000 Einwohner zählenden Stadt Sulzbach ist am Sonntag, 9. Juni, reine Männersache.

Den ersten Wahlgang am 26. Mai gewann der amtierende Rathauschef Michael Adam (CDU) mit 48,7 Prozent klar vor Dieter Heckmann (SPD), der 18,8 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,5 Prozent, so die offiziellen Angaben aus dem Rathaus.

Adam begann seine erste Amtszeit als „erster Bürger der Stadt Sulzbach“ am 1. Oktober 2010. Mit seiner Ehefrau Stefanie Tesch-Adam und den vier gemeinsamen Töchtern wohnt Adam (Jahrgang 1968) im Stadtteil Neuweiler. Den bisherigen Wahlkampf stellte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Sulzbach unter die Haupthemen Nachhaltigkeit (für Mensch und Natur) und Bildung. Und daran wollte er auch nach dem 1. Wahlgang nichts ändern, denn für diese Aspekte wolle er sich in seiner zweiten Amtszeit besonders einsetzen. Adam war übrigens früher Vorgesetzter von Heckmann, der bis zu seinem Wechsel als SPD-Abgeordneter im saarländischen Landtag City-Manager der Stadt Sulzbach war und insgesamt rund 20 Jahre in Diensten der Stadt stand.

Heckmann (Jahrgang 1959) studierte auf dem zweiten Bildungsweg Elektrotechnik. Er ist seit 1992 Mitglied der SPD. Im Wahlkampf propagiert er die Beitragsfreiheit von Kindergarten- und Krippenplätzen, die dem Vater zweier erwachsener Kinder, ein „Herzensanliegen“ ist. Er setzt sich des Weiteren für wohnortnahe Kita-Plätze ein, damit Kinder ihre sozialen Kontakte im Wohnumfeld pflegen können. Wichtig sind ihm ebenso die Anerkennung des Ehrenamtes sowie die Unterstützung von Vereinen und Verbänden in Sulzbach und seinen Stadtteilen. Aus persönlichem Erleben setzt er sich zudem für „Bildung für alle“ ein.

Im Vorfeld der Stichwahl an Pfingstsonntag wollte die SZ von den Fraktionen im neu gewählten Stadtrat wissen, ob sie eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten abgeben. Für die Freien Wähler (5 Sitze) erklärte Dietmar Holzapfel: „Die Freien Wähler geben keine Wahlempfehlung zur Stichwahl ab. Aus unserer Sicht ist entscheidend, welche Entscheidungen der künftige Stadtrat trifft, und die der Bürgermeister dann umzusetzen hat.“

Hermann Kreis erklärte für die AfD (4 Sitze): „Nachdem der AfD-Kandidat Dieter Müller in der ersten Runde um das Amt des Bürgermeisters ausgeschieden ist, hält sich die AfD in Sulzbach aus dem weiteren Ablauf der Wahl, hier insbesondere der Stichwahl,  heraus. Wir wollen auch nicht, dass der von uns empfohlene Kandidat in den sozialen Medien mit „freundlichen Kommentaren“ überhäuft wird. Stattdessen bitten wir die Wählerinnen und Wähler von Dieter Müller, zur Wahl zu gehen. Die beiden Kandidaten sind bekannt, die Programme liegen vor.“ Die Anfrage der SZ beantwortet für die Grünen (3 Sitze) Barbara Klein-Braun: „Bündnis90/Die Grünen geben keine Wahlempfehlung ab. Beide Kandidaten sind in der Kommune bekannt, beide haben ihre Positionen hinreichend bekannt gemacht. Insofern halten wir eine Empfehlung für nicht notwendig.“

Abschließend die Fraktion der Linken (2 Sitze): „Da jede Partei mit (auch persönlichen) Forderungen aufwarten wird, wollen wir es den Wählern überlassen, selbst zu entscheiden, ob unsere bisherige Unterstützung für Michael Adam honoriert werden soll oder aber ein - auch wegen geringen finanziellen Spielraums kaum möglicher - Politik-Wechsel gewünscht wird.“

Alles zur Stichwahl in Sulzbach am Sonntag ab 16 Uhr aktuell auf

Michael Adam (CDU). Foto: Robby Lorenz
Dieter Heckmann (SPD). Foto: Peter Diersch/SPD-Fraktion

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