An Pfingstsonntag entscheiden die Wähler endgültig über den Chefposten

Chefsessel im Rathaus : Stichwahl um das Amt des Verwaltungschefs

Amtsinhaber Michael Adam (CDU) und der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Heckmann treten an Pfingstsonntag direkt gegeneinander an.

Amtsinhaber Michael Adam konnte am Sonntag bei der Urwahl zum Bürgermeister einen satten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Dieter Heckmann (SPD) einfahren. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes von Sulzbach verfehlte die absolute Mehrheit aber um rund 200 Stimmen. Adams Name wurde von 3610 Wählerinnen und Wählern angekreuzt, was 48,7 Prozent der gültigen Stimmen entspricht. Der Landtagsabgeordnete Heckmann erreichte bei einer Wahlbeteiligung von 57,5 Prozent 1397 Stimmen (18,8 Prozent). 300 Stimmen weniger bekam der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der Freien Wähler: Dietmar Holzapfel mit 1097 Stimmen (14,8 Prozent).

Auf dem vierten Platz landete der AfD-Politiker Dieter Müller mit 659 Stimmen (8,9 Prozent) knapp vor Barbara Klein-Braun (Die Grünen). Sie bekam 656 Stimmen (8,8 Prozent).

Adam zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber der SZ erfreut über den hohen Wählerzuspruch für sich und seine Arbeit für die Stadt. Natürlich wäre ihm die absolute Mehrheit lieber gewesen, aber das Ergebnis spiegele eine lebendige Demokratie wider. Zu seinem guten Ergebnis gratulierte ihm am Sonntagabend im Ratshausfestsaal Dietmar Holzapfel als einer der Ersten persönlich.

Der Amtsinhaber betonte im Beisein seiner Ehefrau Stefanie Tesch-Adam und der gemeinsamen vier Töchter, dass er in den kommenden beiden Wochen bis zur Stichwahl am 9. Juni (Pfingstsonntag) sein Wahlkampfkonzept nicht ändern wolle. Dass er auf einem guten Weg sei, habe das Ergebnis des 1. Wahlganges ja eindrucksvoll gezeigt.

Dieter Heckmann (er war nicht im Rathaus erschienen) erklärte der SZ auf telefonische Nachfrage, dass auch er an seinem Konzept festhalten wolle, größere Aktionen seien nicht vorgesehen, die Wähler wüssten, woran sie bei ihm sind und für welche Politik in der Stadt er stehe.

Adam hoffte für die Stichwahl auf eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie am Sonntag, was angesichts des langen Pfingstwochenendes aber vermutlich schwierig zu erreichen sei. Hierbei verwies er ausdrücklich auf die Möglichkeit der Briefwahl.

Neben der Frage, wer denn in den kommenden Jahren den Chefsessel im Rathaus einnehmen soll, wurde aber am Sonntag auch die Zusammensetzung des Stadtrates bestimmt. Hier konnte die CDU mit 32,6 Prozent elf Sitze erringen. Die SPD kam auf 21,5 Prozent und hat nunmehr sieben Sitze. Drittstärkste Kraft im neuen Stadtrat sind die Freien Wähler mit 14,5 Prozent und fünf Sitzen. Erstmals in das Kommunalparlament konnte die AfD mit 10,9 Prozent und vier Sitzen einziehen. Die Grünen errangen 10,8 Prozent (drei Sitze). Die Linke bekommt mit 6,1 Prozent zwei Sitze und die FDP mit 3,5 Prozent einen Sitz, so das vorläufige amtliche Endergebnis.

Bürgermeisterwahl Sulzbach. Foto: SZ/Steffen, Michael

Zur Frage, wie die beiden Kontrahenten in der Stichwahl auf Wahlempfehlungen anderer Parteien reagieren würden, erklärten Adam und Heckmann, dass das kein Thema sei, sie wollen an ihrer Überzeugungsarbeit festhalten. Die Entscheidung liege ohnehin bei den Wählerinnen und Wählern.

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