| 20:11 Uhr

Kaufen und schauen
Handwerkermarkt trifft den Geschmack

Viele Besucher drängten sich an den Ständen.
Viele Besucher drängten sich an den Ständen. FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Die „Nacht der Engel“ erwies sich auch in diesem Jahr wieder als wahrer Besuchermagnet. Händler und Besucher waren zufrieden. Von Petra Pabst

„Engel sieht man nicht, man spürt sie im Herzen“, heißt es in einem Zitat von Ruth Lingenfelser. Bei der sechsten Auflage der Sulzbacher „Nacht der Engel“ stimmte das nicht ganz, denn man sah sie, wohin man auch schaute – an den Ständen, an den Wänden und sogar unter den Gästen. Engel aus Holz, Glas, Stein, Metall, Leder, Textil oder Schokolade, auf Bildern, als Schmuckstücke, als Keramik, Deko-Objekte oder Kerzen. An allen Tischen der Aussteller waren Engel allgegenwärtig. Dieser Kunsthandwerkermarkt erwies sich wieder einmal mehr als wahrer Besuchermagnet.


„Es ist kein Weihnachtsmarkt im klassischen Sinne“, erklärte Organisatorin Heike Kneller-Luck von der Stadtverwaltung. „Dazu ist es auch viel zu früh. Vielmehr wollen wir zur Einstimmung in die besinnliche Jahreszeit einen Treffpunkt für Handwerker und Besucher bieten, mit einem Thema, das viele anspricht.“ Und genau dieses Konzept geht auf, wie die zahlreichen Gäste und Aussteller bestätigen. Andreas Blasius, seines Zeichens Biersommelier aus Kehlheim, ist regelmäßiger Gast im Salzbrunnen-Carrée. Er hat für die Genießer einige Besonderheiten mitgebracht. Neben weißem Glühwein, süßem Punsch und verschiedenen Weihnachtsbieren mit klangvollen Namen bietet er den Genießern das wohlschmeckende Glühbier an. „Wir veredeln hier dunkles Bier mit Kirschsaft, Rum und Gewürzen. Das Ganze wird heiß getrunken.“ Der Renner ist aber ein besonderer Gaumenkitzel - das Stachelbier. „Eine heiße Kugel wird dabei in kühles dunkles Bier getaucht, der Schaum wird heiß und karamelisiert, das Bier darunter bleibt kühl“, erklärt Blasius. Wer sich kulinarisch weiter verwöhnen wollte, bestellte bei Daniel Lentes an „Maries Käsehütte“ geschmolzenen Raclette-Käse vom Laib auf Kartoffeln und Lachs. „Die „Chefin“ der Käsehütte steht da drüben; sie nimmt gerne das Lob für die Küche an“, erklärte der stolze Vater und deutete auf Marie, ganze 18 Monate alt, die mit ihrer Mama etwas seitlich gut gelaunt das Treiben an „ihrer“ Hütte beobachtete.

Für alle Geschmäcker wurden Köstlichkeiten geboten, und so flanierten die Besucher gestärkt an den Ständen vorbei. Sie mussten mitunter etwas Zeit mitbringen, bis sie an die Reihe kamen, denn bereits kurz nach 16 Uhr strömten die Besucher aus allen Richtungen auf das historische Salzbrunnengelände. „Hoffentlich finden uns die Gäste hier im Salzherrenhaus“, hatten die Damen vom Atelier „Herrenlos“ noch kurz vor dem offiziellen Beginn gebangt. Die Schülerinnen der Künstlerin Bärbel Schorr aus Sulzbach boten Bilder, Keramikwaren und verschiedene Kunstobjekte an. Ihre Befürchtung erwies sich als völlig unbegründet, denn auch hier drängten sich wenig später die Kaufwilligen und Neugierigen. Ganz im Zeichen der Engel zeigte sich auch der Stand von Gabriele Laut aus Neunkirchen. Sie bot Hand gefertigte Engels-Anhänger aus Perlen an. Zusammen mit einem schönen Engelszitat werden sie hübsch verpackt und finden reißenden Absatz. Mit Einsetzen der Dunkelheit kamen besonders die schönen Windlichter und Laternen von Claudia Röhl aus St. Ingbert zur Geltung, in denen Kerzen flackerten oder Lichterketten leuchteten. Mit Glasfarben und anderen Techniken verschönert sie die gläsernen Objekte mit farbenfrohen Motiven. Hobby-Imker Volker Bach aus Sulzbach bietet köstliche und pflegende Produkte seiner Bienenvölker an. „Wir sind Sulzbacher und gerne immer wieder dabei“, sagt er. Geduldig erklärte er seinen Kunden, wie er seine Honige gewinnt und seine Waren herstellt. Die beiden Freundinnen Bärbel und Margit sind aus Rohrbach und Blieskastel gekommen. „Wir sind zum ersten Mal hier, nachdem wir durch einen Flyer bei der Do-it-yourself-Messe aufmerksam wurden“, erzählen sie. „Wir sind begeistert und kommen auf jeden Fall wieder.“ Ganz ähnlich äußert sich Conny Haub aus Friedrichsthal, die mit einer Gruppe von Freunden am Stehtisch steht. „Conny hat uns aus Bexbach, Homburg und Neuweiler hierher gelockt“ berichten sie. „Ich bin von Anfang an dabei und finde diese Vielfältigkeit und die schöne Stimmung immer wieder toll. Ich würde mir wünschen, dass andere Städte diese Idee übernehmen würden“, erklärte sie.



Für ein schönes Ambiente sorgen vor allem die stimmungsvolle Beleuchtung und die angenehme Hintergrundmusik. Der Zweibrücker Saxophonist Thomas Girard umrahmte den späten Novembernachmittag mit ausdrucksvoller Musik auf seinen vielen mitgebrachten verschiedenen Saxophonen und Querflöten. „Ich danke meinen Engeln von der Verwaltung und allen Helfern für die Organisation dieser Veranstaltung und lade jetzt schon alle ein, am 15. Dezember zu unserem Weihnachtsmarkt „Sternenzauber“ zu kommen“, so Bürgermeister Michael Adam.