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Lachsalven abgefeuert: Der Heimatverbundenheit eine Sprache gegeben

Lachsalven abgefeuert : Der Heimatverbundenheit eine Sprache gegeben

Ausverkauftes Haus melden die Veranstalter des Mundartabends. Der Funke springt von den Akteuren auf ihr Publikum über.

Dass Mundart wieder in ist, zeigte sich am vergangenen Samstag beim Mundartabend im Salzbrunnenhaus. Wobei Bürgermeister Michael Adam bei seiner kurzen Begrüßung darauf hinwies, dass Mundart in Sulzbach schon immer „salonfähig gewesen ist“. Sein Dank galt Brigitte Thul für die Organisation des Abends. Das macht die Vorsitzende im Bezirk Süd des Verbandes saarländischer Amateurtheater schon seit Jahren. Sie freute sich über ein ausverkauftes Haus und versprach ein kurzweiliges Programm mit Theater, Sketchen, Liedern und Gedichten auf „gudd Saarländisch“. Gleich zu Beginn babbelten die beiden Tratschweiber Frau Meislinger (Johanna Mager) und Frau Gudding (Birgitt Wagner) beim „Kaffeeklatsch“ über alles und jeden und kamen dabei, wie ma so scheen saaht, von „A….backe off Kuche backe“. Frau Meislinger verriet der Freundin, dass sie letztens in der Oper war und ihre Stricksachen mit hatte. Und wie war es: „Och, beim Stricke steert das bissje Mussig gar net.“ Übrigens, die beiden Damen gehören zur Theatergruppe Ü 50 der Sulzbacher VHS, die von Brigitte Thul geleitet wird. In dieser aktiven Gemeinschaft dabei sind auch Marlies Krämer, Ulrike Blatt und Birgitt Schwarz. Ausdrucksstark präsentierten Krämer und Blatt den Sketch „Semmelknödel“. Ob man zur Mehrzahl dieser Speise nun „Semmelknödel“ oder „Semmelknödeln“ sagt, darüber jonglierten ursprünglich Karl Valentin und Liesl Karlstadt schon vortrefflich mit Worten. Thul hatte den Sketch in Mundart umgeschrieben. Marlies Krämer mit „Nur äni Welt“ und Brigitte Schwarz mit „De Schal“ und „Die Boone“ hatten zudem noch nachdenkliche Gedichte im Repertoire. Als Saarländer aus St. Wendel kündigte Thul Alfons Klein an. Das neuste Werk des 83-Jährigen ist ein Hörbuch mit dem Titel „kleinlaut“. In seinem Buch „Es is jo nur, dass ma devon schwätzt“ bekennt der studierte Philologe, dass ihm gelegentlich die Sprache weg bleibt und er „kä Worte mehr hat“. Gott sei Dank war das im Salzbrunnenhaus net so. Seine Geschichten, die er dem Leben im Land an der Saar abgelauscht und abgeguckt hat, ließen bei den Gäste Erinnerungen wach werden an die gute alte Zeit. Aj ja, „Ebbes is immer“, auch aus diesem Buch las Klein vor und zeigte, dass er seinen Landsleuten nicht nur aufs Maul, sondern auch ins Herz schaut. Bei der Geschichte vom „Putzdaach“ wurde jedem Mann im Saal klar: Da bist du Zuhause überall fehl am Platz. Als Alfons Klein vom Berschmann erzählte, der am Ende der Schicht im Bad ein Bein des Kollegen, statt sein eigenes gewaschen hatte, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Es war aber auch ein Abend, an dem viel und laut, auch wenn nicht immer richtig gesungen wurde. Dafür war der Saarbrücker HeartChor Saar verantwortlich. Noch bevor die 40 Mitglieder des Chores, „garantiert alle über 60“, wie Chorleiter Rouven Wildegger-Bitz versicherte, zum ersten Auftritt auf der Bühne waren, rief er das Publikum auf, mitzusingen, „laut und net unbedingt emmer rischdisch.“ Es waren viele bekannte Lieder, die der Chor, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte, sang, natürlich auf Mundart.

Für die Theatergruppe Ü 50 der VHS beginnen jetzt die Proben für die nächsten Auftritte. 2019 feiert die Gruppe ihr fünfjähriges Bestehen. Aus diesem Grund findet im ersten Halbjahr eine Mundart-Matinee im Salzbrunnenhaus statt. Natürlich gibt es auch wieder den Mundartabend im Herbst und die Veranstaltung „Theater um sechs“. Termine werden noch bekanntgegeben.