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Mark Muchow aus Neuweiler ist ein großer Fan des 1. FC Saarbrücken

Menschen im Regionalverband : Seine große Liebe ist der FCS

Mark Muchow aus Neuweiler ist ein großer Fan der Molschder Kicker.

„Es schießt plötzlich alles aus dir heraus. Es sind nur noch Emotionen. Man bekommt die Situation gar nicht richtig mit. Ich habe erst später gemerkt, dass mir die Tränen über das Gesicht gelaufen sind“, erklärt Mark Muchow sein Erlebnis vom vielleicht größten Sportmoment des Jahres im Saarland.

Es war der Augenblick, als Daniel Batz, Torhüter des 1. FC Saarbrücken, den entscheidenden Elfmeter im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf hielt. 6800 Zuschauer feierten danach im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion den Einzug des FCS ins Halbfinale. Mittendrin war Mark Muchow. „Ich kriege schon wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt der 34-Jährige und lacht. Er ist einer der außergewöhnlichsten Fans, die der FCS hat. Muchow hat Tonaufnahmen von seinem Jubel gemacht und sie an Radiosender geschickt, die sie auch prompt veröffentlichten.

In den sozialen Medien im Internet bringt er regelmäßig urkomische Storys zum 1. FC Saarbrücken: Filme über sich und seine Freunde bei Fahrten zu Auswärtsspielen, oder er zeigt sich und seine Emotionen bei den Elfmeterschießen im Achtel- und Viertelfinale. Mit seinem Freund und Musikproduzenten Manni Manta hat er nun auch ein Lied mit dem Namen „Batz“ herausgebracht. Es ist eine Hommage an den Torhüter, der mit fünf gehaltenen Elfmetern zum Pokalhelden wurde.

„Ich finde, dass der FCS im ganzen Saarland immer noch nicht die Würdigung erfährt, die er verdient hat.“ Mit seinen Aktionen will er das ändern: „Ich versuche, den FCS so gut es geht nach Außen zu bringen“, sagt der gebürtige St. Arnualer, der mittlerweile mit seiner Familie in Neuweiler lebt. Er ist FCS-Mitglied von Geburt an, hat einen FCS-Fanclub gegründet und verpasst kaum ein Spiel. Seine persönliche Fußballerkarriere wurde durch mehrere Bänderrisse zunichte gemacht. Doch auch dort spielte der FCS eine Rolle. „Ich hatte in der A-Jugend mal ein Probetraining beim FCS. Das war der Höhepunkt meiner Karriere, und das werde ich nie vergessen“, sagt er. Doch aktuell hat das Coronavirus den Fußball auf Eis gelegt. „Das ist furchtbar und wird immer langweiliger. Ich gucke mittlerweile sogar schon Doku-Soaps im TV. Ich bin gespannt, wie lange das noch gutgeht“, berichtet der Maler und Lackierer.

Wenn er morgens zur Arbeit kommt, wissen die meisten schon, dass er ein ganz besonderer FCS-Fan ist und bei ihnen arbeitet. Dabei darf der ein oder andere Plausch über Fußball nicht fehlen. Der FCS steht im Halbfinale des DFB-Pokals und als Tabellenführer der Regionalliga Südwest kurz vor dem Aufstieg in die 3. Fußball-Liga.

Wann in diesem Jahr wieder Fußball gespielt werden kann, ist allerdings völlig offen. Es wäre denkbar, dass sogar die gesamte Saison annulliert wird,  und es wieder bei Null losgeht. „Das wäre natürlich die absolute Katastrophe. Wir spielen eine überragende Saison, und das muss einfach belohnt werden. Wir wollen nichts geschenkt bekommen, aber sportlich haben wir uns die Erfolge einfach verdient“, sagt Mark  Muchow.

Da der Kult-Fan im Prinzip immer gut gelaunt ist und, wie er selber sagt, jeden Tag genießt, sieht er auch in der Fußballpause etwas Positives. „Der Tag, an dem das neue Ludwigsparkstadion fertig wird, rückt immer näher. Je länger die Pause ist, desto weniger Spiele müssen wir noch in Völklingen austragen“, sagt der 34-Jährige.