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Die Vertreibung der Mutmampfmonster

Die Vertreibung der Mutmampfmonster

Sulzbach. Ein halbes Jahr haben sie geübt und ihre Rollen einstudiert. Alles sitzt. Doch wenige Minuten vor der Aufführung sind sie doch ziemlich nervös. Schnell wird noch einmal auf die Textblätter geschaut. Aufgeregt laufen im zweiten Stock der Mellinschule die 21 Akteure der Theater-AG, bestehend aus Schülern der dritten und vierten Klassen, hin und her

Sulzbach. Ein halbes Jahr haben sie geübt und ihre Rollen einstudiert. Alles sitzt. Doch wenige Minuten vor der Aufführung sind sie doch ziemlich nervös. Schnell wird noch einmal auf die Textblätter geschaut. Aufgeregt laufen im zweiten Stock der Mellinschule die 21 Akteure der Theater-AG, bestehend aus Schülern der dritten und vierten Klassen, hin und her. Auch wenn sie schon einige Aufführungen hinter sich haben, die Mädchen und Buben sind angespannt. Nur Lehrerin Margarete Scherer, die Betreuerin der Theater-AG, ist die Ruhe in Person. "Macht euch keine Sorgen. Ihr seid gut vorbereitet. Es wird alles klappen", beruhigt sie ihre Schützlinge. Und einem der sechs "Mutmampfmonster", so heißt das Stück, das gleich aufgeführt wird, klebt sie noch schnell das Namensschild an. Es hat sich vom Pulli gelöst. Das Theaterstück, so erläutert Margarete Scherer, setze sich mit dem Druck, dem Stress und der Angst zu versagen, die viele Schülerinnen und Schüler beim "Kampf um gute Noten" erlebten, auseinander. Es wolle den Jugendlichen Mut machen und das Selbstbewusstsein stärken. Ganz oben in der Schule haben die Kinder aus dem großen Vorraum vor den Klassensälen einen Theatersaal gemacht. Der füllt sich nach und nach. "Ja, ich bin etwas nervös", gesteht die neunjährige Carma. Sie spielt in dem Stück die Lisa. Lisa ist eine fleißige und lernbereite Schülerin. Ihre Freundin Nadine ist aber in allen Fächern besser. Erschwerend kommt hinzu, dass Lisas Mutter ihre Tochter unter Druck setzt. Lisa wird völlig verunsichert. Und hier kommen die Mutmampfmonster Fruster, Stresser, Neider, Heuler, Ärger und Mampfer ins Spiel. Sie stellen Lisa nach, verunsichern das Mädchen immer mehr. Es gelingt ihnen sogar, der hoch begabten Nadine, den Eltern der Kinder, ja auch den Lehrern, die infolge der Pisa-Studie unter Erfolgsdruck stehen, den Mut "wegzufressen". Als dann aber Timo, ein Freund, die weinende Lisa tröstet und ihr Mut macht, gelingt es Freuda, der Mutmachfee, die Mutmampfmonster zu vertreiben. Knapp 45 Minuten dauert die flotte Handlung. Alles klappt hervorragend. Die Zuschauer sind begeistert. Zwischendurch gibt es immer wieder Applaus. Auch Schulleiterin Birgit Amann ist angetan. "Ihr wart alle toll", lobt sie die Akteure der Theater-AG. Die verneigen sich nochmals vor ihrem Publikum und genießen den Applaus.