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Das Ehepaar Siewert aus Sulzbach hat ein großes Herz für Kinder

Menschen im Regionalverband : Sie haben beide ein großes Herz für Kinder

Das vielfältige Engagement des Ehepaars Siewert aus Sulzbach dreht sich oft um den Nachwuchs und die Kirche.

Wenn man mit den Siewerts über ihre Aktivitäten und ihre Ehrenämter ins Plaudern kommt, fühlt man sich ein wenig in der Rolle des Schatzgräbers – der langsam realisiert, gerade auf eine höchst ergiebige Goldader gestoßen zu sein. „Das Meiste hat etwas mit Kindern zu tun“, erklärt Christiane Siewert. „Das hat uns zwei auch von Anfang an verbunden.“

Ihr Start war mit 13. Damals fragte der Pfarrer ihrer Gemeinde in Fischbach, ob sie den Kindergottesdienst gestalten wolle. Christiane bat sich Bedenkzeit aus. Bei der Erinnerung muss die Pensionärin schmunzeln: „Ich war ziemlich frech.“ Denn sie sagte schließlich unter einer Bedingung zu: „Wenn Sie mir nicht reinreden.“ Der Geistliche nahm es „locker, der war einfach froh“, sagt Siewert, und unterstützte sie später nach Kräften beim Theologiestudium.

An der Uni Saarbrücken lernte sie Walter kennen, „im Institut für klassische Philologie, ich Erstsemester, er schon fortgeschritten.“ Damals leitete ihr zukünftiger Mann bereits Kindergruppen bei der Arbeiterwohlfahrt auf dem Eschberg, betreute Stadtranderholungen und Ferienfreizeiten. Sie selbst war der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde treu geblieben. Später als Studentin kamen Freizeiten beim evangelischen Jugendwerk hinzu.

Unterstützt von seiner Frau, die drei Kinder zur Welt brachte, leitete Walter Siewert lange in Fischbach eine Kindermusikgruppe. Überhaupt Musik! Beide singen gern und viel – im evangelischen Kirchenchor Sulzbach, im Chor der Musikschule und, 40 Jahre lang in der Evangelischen Chorgemeinschaft an der Saar. Beide spielen Blockflöte und Klavier. Zusammen mit Pianist Berthold Wagner als Duo „Die Namenlosen“ lebt der gebürtige Besseringer seine Leidenschaft für Schlager und Filmmelodien der 30-er und 40-er Jahre aus.

Und dann sind da noch Latein und Griechisch: „Die Fächer, in denen ich in der 9. Klasse sitzengeblieben bin, hab ich später unterrichtet“, amüsiert sich Walter Siewert heute noch über diese biographische Finte. Die Liebe zu alten Sprachen teilt Christiane. So ist das Gymnasiallehrer-Ehepaar schon lange im Deutschen Altphilologenverband aktiv. In den zwölf Jahren, in denen er den Vorsitz inne hatte, führte Siewert den Tag der alten Sprache ein: Jeweils einmal im Jahr lotste er die Fachkollegen im Rahmen einer Fortbildung zu interessanten archäologischen Zielen in der Region: „Zwischen Perl und Homburg-Schwarzenacker sind wir überall gewesen. Ich habe das nachher fortgeführt“, berichtet Christiane Siewert. Einige Latein-Schulbücher gehen auf das Autoren-Konto Walter Siewerts, herausgegeben hat er zudem eine Sammlung von Liedern mit lateinischen Texten.

Inzwischen 74 Jahre alt, tritt er etwas kürzer, etwa im Presbyterium, auch die Mitarbeit im Sulzbacher Seniorenbeirat klingt jetzt langsam aus. Christiane Siewerts Terminkalender ist dagegen randvoll. Sie kümmert sich um drei Flüchtlingsfamilien, arbeitet beim Gemeindebrief mit und gestaltet immer noch bei Bedarf Gottesdienste. „Seit meiner Konfirmation organisiere ich jedes Jahr die Feier des Weltgebetstages mit“ – als ökumenisches Fest, das 2020 im Zeichen Simbabwes steht. Also hat Christiane Siewert schon mal rumprobiert, was man da Leckeres servieren könne. Vanillekuchen mit Buttercreme und Süßkartoffel-Salat sind aktuell die Favoriten.

Einmal pro Woche erzählt sie im evangelischen Kindergarten Regenbogen Sulzbach biblische Geschichten. Wofür ihr Herz am allermeisten schlägt? Das Kinderhilfswerk Unicef der Vereinten Nationen und die Kinderrechte. Dafür strickt die 68-Jährige Sorgenpüppchen, dafür schiebt sie Standdienst, informiert, klärt auf, wirbt Spenden ein. Ein Wahnsinnsprogramm, alles in allem. Christiane Siewert nickt gelassen: „Langeweile hab ich keine.“