Vom geduldigen Warten

Bei einer Lionsveranstaltung im Jahr 2010 war mal zu viel Gulaschsuppe gekocht worden. Die Spontan-Idee: Das kriegt die Wärmestube. Aus „einmalig“ wurde ein Jahr später ein „regelmäßiges“ Kochen.

Vor der Essensausgabe hat die Mannschaft der Saarbrücker Lions Clubs und dessen Jugendorganisation Leo Clubs Saraviensis am vergangenen Samstag noch etwas Zeit zum Plaudern. In der Küche der Saarbrücker Wärmestube haben sie gerade zum 17. Mal in wechselnder Besetzung gekocht oder gegrillt und handwerklich alles getan, damit das Irish Stew ein Leckerbissen für die vielen Gäste der Wärmestube wird. Doch mit dem Stew verhält es sich wie mit den meisten Eintöpfen. Eike Wolff von den Lions weiß: "So ein Stew muss richtig ziehen." Und so steht der große Topf noch ein Weilchen blubbernd auf dem Herd. Zwar verzögert sich dadurch die Essensausgabe ein wenig. Doch Klaus Birkenberger, Praxis-Anleiter im Team der Wärmestube beruhigt: "Unsere Gäste sind ziemlich geduldig - keiner muss dringend auf den Bus oder zu einem Meeting."

Andreas Hemsing von den Lions erzählt, wie es zum Engagement der Lions und Leos in der Wärmestube kam. "Wir hatten bei einem Weihnachtsmarkt viel zu viel Gulaschsuppe gekocht", beginnt seine Geschichte. Bei den Überlegungen, was mit der übrig gebliebenen Gulaschsuppe geschehen soll, habe sich schnell abgezeichnet: "Das bringen wir in die Wärmestube." Und weil es gleich ein großer Erfolg war, war die Idee geboren, regelmäßig für die Bedürftigen zu kochen. Und zwar gleich an Ort und Stelle. Das hat sich Weihnachten 2010 zugetragen, das erste Kochen dann Anfang 2011. Birkenberger findet das gut: "Das Kochen hier ist eine sehr gute Aktion, weil sich Leute Gedanken machen, wie sie helfen können."

Zu sechst haben sie in der Küche geschnibbelt, angebraten und umgerührt. Neben Hemsing und Wolff die Lions Sabine Schmidt und Michael Jung, dazu die Leos Franziska Bohr und Michelle Angel. Die Lions-Aktion ist wie immer ein Höhepunkt im Kalender der Wärmestube. Unter der Woche hat sich der Termin unter den Nutzern rumgesprochen. Weit mehr als 60 Gäste freuen sich auf ein köstliches Mahl. Die Lions sind gerüstet, das Essen soll für bis zu 80 Personen reichen. Und die Essensausgabe rückt näher. Zum Stew gibt es Feldsalat mit Speck, frisch angerührten Obstsalat mit Joghurt zum Dessert. Sobald die Glocke schellt, versammeln sich die Männer und Frauen am Tresen. Nachdem die verlockenden Düfte schon seit Stunden in der Luft lagen, ist der Hunger jetzt riesengroß.

"Schön, dass die Lions immer wieder an uns denken", freut sich Anton.

Nächste Aktion des Leo Clubs Saraviensis: Am Samstag, 5. November, sammeln sie zwischen 9 und 13 Uhr im Fressnapf in der Halbergstraße Futterspenden für das Bertha-Bruch-Tierheim.