Wie Malstatt morgen besser dastehen soll

Malstatt. Die Zukunft von Malstatt begann am Freitag gleich nach den Reden. Im überfüllten Saal des Gemeindezentrums St. Josef machten sich Dutzende Molschder daran, die nächsten Schritte für ihren Stadtteil zu planen

Malstatt. Die Zukunft von Malstatt begann am Freitag gleich nach den Reden. Im überfüllten Saal des Gemeindezentrums St. Josef machten sich Dutzende Molschder daran, die nächsten Schritte für ihren Stadtteil zu planen.

Anlass: Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und ihre Leute hatten gerade das Stadtteilentwicklungskonzept für Malstatt vorgestellt, einen Vitamincocktail aus vielen Zutaten, der Molschd fit machen soll. Die Molschder mixen diesen Cocktail - Stichwort Bürgerbeteiligung - von Anfang an eifrig mit. Er wirkt schon dieses Jahr. Denn Malstatt bekommt am Kirchberg in mehreren Stufen eine echte Ganztagsschule. Dafür heuert die Stadt selbst Personal an, um am 8. August, dem ersten Tag des Schuljahres 2011/2012, mit dem neuen Ganztagsbetrieb loslegen zu können. Fürs Personal stehen dieses Jahr 200 000 Euro, fürs ganze Schuljahr 400 000 Euro im Haushalt der Stadt. Außerdem baut sie die Schule Stück für Stück um und steckt dafür in den kommenden vier Jahren 1,8 Millionen in den Bau. Ist alles fertig, lernen dort 300 Jungen und Mädchen ganztags.

Noch 2011 bekommt der Stadtteil mit der Grünen Insel Kirchberg einen Ort zum Spielen, Sport und Durchatmen. Für den Umbau der 16 000 Quadratmeter im Unteren Malstatt gibt der Stadthaushalt etwa 100 000 Euro her.

Die Pläne für die Grüne Insel Kirchberg entstanden nicht am grünen Tisch, sondern in Malstatt. Mit den Leuten, die dort wohnen. Leuten wie Bernd Becker. Der 44-Jährige kam vor acht Jahren aus dem Allgäu. Er mag seine neue Heimat und hat sogar einen Verein gegründet: "Menschen für Malstatt". "Wir kümmern uns um das Frühstück in der Kirchbergschule und den Verkauf in den Pausen. Außerdem planen wir Urwaldwanderungen, wollen einen unserer Knüller, die Helloweenparty, wiederholen und machen beim Kirchbergfest mit." Denn eines steht für Becker fest: "Das Ganze muss aufleben."

Darum kümmern sich letztlich alle Gruppen, die am Freitag im katholischen Gemeindezentrum über das Malstatt von morgen nachdachten.

Zu tun gibt's vieles wie Frank Schmitz vom Stadtteilbüro Malstatt, aus langer Erfahrung weiß. "Malstatt ist sicherlich ein junger Stadtteil mit stabilen Schülerzahlen und niedrigen Mieten. Aber wir erleben hier auch schon Entwicklungen, die anderswo noch bevorstehen, zum Beispiel Altersarmut. Und wir erleben eine Abwanderung aus dem Kerngebiet an die Ränder oder aus dem Stadtteil heraus, mit der uns auch Kompetenzen verloren gehen."

Kompetenz, die noch da ist, war am Freitag im Gemeindezentrum versammelt. Findigkeit ist denn auch gefordert. Denn für vieles, etwa die beiden geplanten Stadtteilzentren Kirchberg und St. Paulus, gibt es zwar gute Ideen, die vom bislang fehlenden großen Saal für den Stadtteil bis zur neuen Begegnungsstätte reichen. Aber noch kein Geld.