Eine Stadt macht Blau

Saarbrücken. Das Filmfestival Max Ophüls Preis wirft seine blauen Schatten voraus. Nicht nur in den Festivalkinos Cinestar, Camera Zwo, Kino Achteinhalb und Filmhaus, auch in der Saarbrücker Innenstadt sorgen blaue Luftballons, Plakate und Filmaccessoires dafür, dass niemand das cineastische Ereignis des Jahres verpasst

Saarbrücken. Das Filmfestival Max Ophüls Preis wirft seine blauen Schatten voraus. Nicht nur in den Festivalkinos Cinestar, Camera Zwo, Kino Achteinhalb und Filmhaus, auch in der Saarbrücker Innenstadt sorgen blaue Luftballons, Plakate und Filmaccessoires dafür, dass niemand das cineastische Ereignis des Jahres verpasst. 120 Geschäfte, Hotels, Arztpraxen, Apotheken und Handwerksbetriebe wollen bei der Einzelhandelskampagne mitmachen, zu der die künstlerischen Leiter des Festivals, Gabriella Bandel und Philipp Bräuer, auch in diesem Jahr wieder eingeladen haben.

Für Andrea Wenger, die die Kampagne als Mitarbeiterin des Festivalbüros betreut, ist die hohe Zahl der Anmeldungen ein Indiz dafür, dass "die Saarbrücker Geschäftsleute fest zu ihrem Filmfestival Max Ophüls Preis stehen". Das Dekorationsmaterial werde den Teilnehmern wie immer kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer besonders kreativ ist, lässt sich für Geschäftsräume und Schaufenster darüber hinaus selbst etwas einfallen oder arbeitet - wie das Spielzeuggeschäft Spielbar oder die Buchhandlung Bock & Seip - mit freischaffenden Künstlern zusammen. "In unserem Hauptschaufenster in der Futterstraße wird ein junger Künstler eine Videoinstallation aufbauen", verrät Bock & Seip-Geschäftsführerin Dörte Heinrich. In der Spielbar wird nach Auskunft von Mitinhaberin Nicole Hager eine Installation zum Thema Playstation gezeigt, die Hager zusammen mit dem Künstler Alexander Karle gestalten will. "Im rechten Schaufenster wird ein Monitor aufgebaut, an dem man das Skateboard-Spiel Tony Hawks spielen kann, im linken Schaufenster zeigt Alexander Karle einen selbst gedrehten Skateboard-Film", erzählt Nicole Hager. In einem Schaufenster in der Johannisstraße setzt ein mit Lichterkette geschmückter blauer Blumenstrauß das Festival in Szene. Die Friseure Gaby und Steffi kombinieren den - ursprünglich für die Weihnachtszeit angeschafften - Blickfang mit Plakaten und Luftballons aus dem offiziellen Deko-Paket. "Wir machen schon seit vielen Jahren bei der Einzelhandelskampagne mit", berichtet Friseurin Gaby Schons. Bei vielen Kunden sei das Festival Gesprächsthema. Auch im Frühstücksraum des Hotels Stadt Hamburg sind Diskussionen über Wettbewerbsfilme während der Festivalsaison keine Seltenheit, erzählt Hotelier Vladimir Hlatky. Viele Juroren und Filmschaffende steigen hier ab und werden schon im passend geschmückten Eingangsbereich auf lange Kinonächte eingestimmt.

Auch dort, wo man es nicht erwarten würde, stößt man auf das Konterfei des Saarbrücker Regisseurs Max Ophüls. So etwa in der Zahnarztpraxis von Matthias Ecker, in Tono's Hundesalon und der Autowerkstatt Bucher. "Meine Frau dekoriert unser Büro", erzählt Werkstattinhaber Norbert Gewert. Wer sein Auto bei ihm in Reparatur bringt, kann sich zu Fuß auf den Weg zu Ophüls machen - das Kino Achteinhalb ist von der Grünstraße nur einen Katzensprung entfernt. Die Saarbrücker Geschäftsleute stehen fest zu ihrem Filmfestival Max Ophüls Preis.

 Im Filmbüro packen die Helferinnen Friederike Heinze, Vanessa Linnemann, Arnika Marx und Sina Denzer (v.l.) Werbematerialien zur Schaufenstergestaltung für den Einzelhandel.
Im Filmbüro packen die Helferinnen Friederike Heinze, Vanessa Linnemann, Arnika Marx und Sina Denzer (v.l.) Werbematerialien zur Schaufenstergestaltung für den Einzelhandel.

Andrea Wenger, Mitarbeiterin des Festivalbüros