Universität des Saarlandes hält an Tierversuchen fest

Die Universität des Saarlandes hält Tierversuche weiterhin für notwendig. "Aus unserer Sicht ist ein kompletter Verzicht darauf derzeit unrealistisch", sagte Universitätspräsident gestern Volker Linneweber . Die SPD- und die Linksfraktion im Landtag hatten sich dafür ausgesprochen, die Versuche gesetzlich zu stoppen (die SZ berichtete). Die Grünen fordern von der Landesregierung, Forschungsprojekte zu Alternativmethoden stärker zu fördern.

"Tierversuche werden an der Universität des Saarlandes nur dort durchgeführt, wo sie nicht durch andere Methoden ersetzt werden können", sagte Linneweber. Sie lieferten für die medizinische Grundlagenforschung einen wichtigen Beitrag, die dabei helfe, neue Medikamente und Therapien für bisher unheilbare Krankheiten wie Alzheimer und Krebs zu entwickeln, erklärte Linneweber. Tierversuche seien zudem durch eine Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen geregelt. Jeder Wissenschaftler müsse nachweisen, dass er seine Fragestellung nicht anderweitig beantworten kann. In der medizinischen Forschung gebe es mittlerweile viele Alternativen für Tierversuche , die auch an der Saar-Uni eingesetzt würden. Dazu zählten zum Beispiel Computersimulationen oder Zell- und Gewebekulturen. Wissenschaftler der Saar-Uni hätten bereits an verschiedenen Forschungsprojekten mitgewirkt, in denen tierversuchsfreie Methoden entwickelt wurden, betonte Linneweber. Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) fördert die Entwicklung von Alternativmethoden nach Angaben der Landesregierung nicht. Nach Uni-Angaben fördert jedoch die Staatskanzlei ein solches Forschungsprojekt mit rund 250 000 Euro.