Warmer Sopran mit dramatischer Glut in Szene gesetzt

Es geht auch ohne Klavier beim Liederabend: Mit der Sopranistin Ania Konieczny und der Harfenistin Verena Jochum präsentierte der Kulturverein KuBe am Sonntag im Leidinger eine rare und attraktive Kombination. Unter dem Motto "Spiel der Elemente" gab's Musik aus mehreren Jahrhunderten rund um die vier Essenzen Feuer, Wasser, Erde, Luft. Bei der eröffnenden Canzone "Stride la vampa" (Es knistert die Flamme) aus Verdis "Troubadour" konnte Konieczny ihren warmen Sopran mit dramatischer Glut in Szene setzen; es folgte Anton Rubinsteins "Traum" am anderen Ende der Skala mit lyrischen Farben. Ob Bearbeitungen von Melodien Mendelssohns (u.a. das todtraurige "Winterlied"), Schumanns ("Mondnacht"), von Jules Massenet oder Originalnoten für die Besetzung von Jean-Michel Damase (1928 bis 2013) - Koniecznys Ausdrucksvielfalt, stimmliche Flexibilität durch die Register und untadelige Diktion begeisterten: eine Sängerin mit Ausstrahlung! In der gleichen Klasse spielte Verena Jochum, als gefühlvolle Begleiterin wie kompetente Solistin. Verdienter Riesenapplaus, da hätte es auch esoterischer Zutaten wie Sturmesrauschen vom Band und allerlei Live-Raschel-Percussion kaum bedurft.

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