Trennung, Fusion und Zukunft

Auf eine über 130-jährige Geschichte blickt man in diesem Jahr beim Allgemeinen Turnverein in Dudweiler zurück. Die Sportler erlebten viele Höhen und Tiefen, behalten jedoch auch die Zukunft im Auge.

Auch Seniorengymnastik wird angeboten. Foto: Hans Hoffmann. Foto: Hans Hoffmann
Anja Wagner bei ihrer Prüfung zum 2. Dan in Judo. Foto: Klaus Mang. Foto: Klaus Mang

Die Geschichte des Allgemeinen Turnvereins Dudweiler beginnt bereits 1882 mit der Gründung im Gasthaus "Fuhrmann" auf dem Bubbesberg. Geturnt wurde in "Kronenbergers Berggarten" zwischen Neuweiler und St. Ingberter Straße. Da aber noch keine geeigneter Saal zur Verfüg-ung stand, wurde im Jahr 1883/1884 die erste Halle selbst gebaut. Auch wurde 1884 die Fahne des Vereins am Brennenden Berg geweiht.

Vereinsinterne Unstimmigkeiten führten dazu, dass sich 1888 der Verein Turnerbund gründete. Jedoch lehnten beide Vereine die damals noch modernen Sportarten wie Leichtathletik oder Fechten ab, was dazu führte, dass im Jahr 1896 noch ein dritter Turnverein, der "Turn- und Spielclub", gegründet wurde. Die Sparten Turnspiele, Fechten , Fußball, Schleuderball, Schlag- und Faustball fanden hier ein Zuhause. Fußball und Fechten wurden damals im Saarland nur in Dudweiler angeboten. 1906 schloss sich der Turnverein mit dem Turn- und Spielclub zum Allgemeinen Turnverein Dudweiler zusammen. Einige Jahre später folgte auch der Turnerbund.

Im Ersten Weltkrieg ruhte das Vereinsleben nahezu vollständig und nach dem Krieg wurde Turnen von der Besatzungsmacht verboten. Doch bereits 1919 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf, unter anderem mit einer neuen Gesangs- und Schwimmabteilung. Doch nach dem Krieg gründeten sich noch weitere Sportvereine in Dudweiler, die nun alle den einzigen, gemeindeeigenen Sportplatz auf den Kitten nutzen wollten. Der Platzmangel führte dazu, dass der Turnverein nun seinen eigenen Sportplatz in Angriff nahm. Der erste Spatenstich erfolgte am Montag, 8. Juni 1925. In diese Zeit fielen auch die schweren Wirtschaftskämpfe der Bergleute. Deren Arbeitslosigkeit bescherte dem Verein eine enorme Arbeitskraft. Knapp 2000 Bergleute meldeten sich mit Schubkarren und Spaten beim Bau des Sportplatzes. Ein Jahr später konnte auf dem neuen Platz bereits geturnt werden, 1927 wurde das Areal mit einer Aschenbahn erweitert. Und auch der Bau eines Heimes mit Umkleide- und Geräteräumen, einer Wohnung für den Platzwart und einer Jugendherberge nahm gestallt an. Mit dem 40. Gauturnfest des Saar-Blies-Gaues wurden Sportplatz und Sportheim am 15. Juli 1927 eingeweiht. Fünfzig Vereine marschierten in einem riesigen Festzug auf den Kittten, um die neue Turnstätte einzuweihen.

Die Zeit des Nationalsozialismus führte zu einer erneuten Unterbrechung der Vereinstätigkeit. 1938 erfolgte die nicht satzungsgemäße Auflösung des ATVs sowie aller in Dudweiler bestehenden Sportvereine . Diese wurden zwangsweise 1939 dem Verein für Leibesübungen zugeführt. Nach dem Krieg wurde bereits ab 1945 mit einer kleinen Gruppe wieder geturnt. Im neugegründeten Turn- und Sportverein übte eine kleine Gymnastikabteilung und auch eine Frauenabteilung wurde eröffnet. Doch erst 1955 sollte wieder ein Allgemeiner Turnverein seine Tätigkeit aufnehmen. 1962 wurden unter anderem wieder Leichtathletik und Faustball Bestandteile des Vereinssports, und auch das damals im Saarland noch neue Judo wurde angeboten. In den Folgejahren ist das Angebot des Vereins immer wieder durch neue Sparten modernisiert worden. Jazz-Tanz, Kendo und Karate kamen nach und nach in das Programm. Und auch die Jugendarbeit wurde ausgeweitet. Mit dem Projekt "Kids in Bewegung" trainiert der Verein mit Jungen und Mädchen in den Kitas Pfaffenkopf, Dietrich-Bonhoeffer-Haus und Oberlinhaus. Und die Vereinsmitglieder planen heute noch weitere Kooperationen mit Kindergärten und Schulen.