Sie kamen von Nairobi nach Saarbrücken

Straßenkinder aus Nairobi bekommen im Projekt "Shangilia" eine neue Chance. Um dafür zu werben und andere Kulturen kennenzulernen touren sie durch Europa. Auch Saarbücken war auf der Reiseroute.

Saarbrücken. Im Mai haben sich neun Kinder und Jugendliche aus der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit ihren Betreuern auf den Weg nach Europa gemacht. Seit Juni touren sie im Rahmen der Kinder-Kultur-Karawane durch Deutschland. Vor wenigen Tagen trat die Artistengruppe im VHS-Zentrum Saarbrücken auf.Niemand kennt die genaue Zahl der Kinder, die auf sich allein gestellt in den Straßen Nairobis ums Überleben kämpfen. Sie werden aus der Innenstadt in Vorstädte und Slums verdrängt. Verwahrloste, hungernde Kinder passen nicht ins Bild einer aufstrebenden Hauptstadt.

Das Projekt "Shangilia" besteht aus einem Kinderheim und mehreren Schulen, in denen diesen Kindern der Weg von der Grundschule bis zur Universität ermöglicht wird. Es bietet also einigen Straßenkindern eine Chance und wird zu deren Zuhause.

Darüber hinaus wird seit der Gründung des Projekts im Jahre 1994 sehr viel Wert darauf gelegt, die Kinder in ihren darstellerischen Fähigkeiten zu fördern. Sie werden in Musik, Tanz und Akrobatik unterrichtet.

Auf der Bühne sollen sie das Selbstvertrauen wieder erlangen, das sie beim Leben auf der Straße verloren haben.

Dass die Kinder dieses Jahr auch außerhalb von Kenia in Europa auftreten, soll vor allem dem kulturellen Austausch dienen. "Es geht darum, dass die Kinder deutsche Familien und deutsche Familien die Kinder kennenlernen", erklärte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo in seiner Begrüßung. Die jungen Kenianer verbrachten ihre Tage in Saarbrücken in verschiedenen Gastfamilien.

Es geht bei dem Kulturaustausch auch darum, Spenden zu sammeln und auf das Schicksal der Kinder hinzuweisen. Und die Kinder machten auf sich aufmerksam: Mit strahlendem Lächeln präsentierten sie Zirkusnummern, menschliche Pyramiden, traditionelle Tänze und Lieder.