Nicht Sarah, sondern Lisa

Ohne die verletzten Sarah Alt und Sarah Schatton sowie die gesperrte Sarah Franz gelang den FCS-Frauen ein 3:0-Sieg gegen den ETSV Würzburg. Großen Anteil am Erfolg des Zweitligisten hatte Lisa Mayer.

Falls Sie Sarah heißen, sollten Sie sich derzeit von Fußballplätzen fernhalten. Nicht, dass Sie nicht willkommen wären, jedoch Spaß hätten Sie zurzeit wohl nicht. Dies mussten die Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken in diesen Tagen erfahren. Sarah Franz, Sarah Schatton, Sarah Alt und Sarah Karnbach - sie alle können derzeit nicht, oder im Fall von Karnbach (Sportinvalidität) überhaupt nie mehr, gegen den Ball treten.

Während Sarah Franz am Sonntag nur gesperrt war, laborieren Schatton (Knorpelschaden) und Alt (Bänderriss) noch an ihren Verletzungen und fallen womöglich für das restliche Jahr aus. Ob Jacqueline de Backer mit zweitem Namen auch Sarah heißt, ist nicht überliefert, jedoch ist schwer davon auszugehen, denn auch sie fällt das Restjahr verletzt aus.

Sollten Sie allerdings Lisa heißen, sollten Sie sich umgehend einen Fußball suchen und Ihr Glück versuchen, denn Lisa Mayer hat am Sonntag bewiesen, dass ihr Vorname viel besser dazu geeignet ist. Zu Gast auf dem Kieselhumes war der Tabellenletzte ETSV Würzburg , der dem FCS vor 140 Zuschauern die Stirn bieten wollte - doch der FCS gewann 3:0 (2:0).

In den ersten 20 Minuten war Würzburg gut dabei - bis ein Name durch die Lautsprecher zu hören war: Lisa Mayer. Die Stürmerin mit dem markanten Dutt verwertete ein Anspiel an der Strafraumgrenze und erzielte mit einem geschickten Drehschuss das 1:0 für den FCS. "Lisa hat sich super entwickelt. Sie ist aus dem Trott raus, in dem sie mal gut, mal mittelmäßig spielt. Momentan spielt sie konstant gut und macht ihre Tore", lobte Kapitänin Sabine Blank. Nach ihrem Schlüsselbeinbruch war Julia Leykauf zurück in der Stammformation und verlieh der Defensive Sicherheit und dem Angriffsspiel sogar Torgefahr: Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel gelang der Innenverteidigerin das 2:0.

Nach der Pause bot sich das gleiche Bild: Saarbrücken kontrollierte das Spiel, Würzburg konnte nur gelegentlich mit Kontern aufwarten. In der 67. Minute musste Christina Ehl das einzige Mal ihre Stärke aufblitzen lassen, als die Saarbrücker Torfrau im Eins-gegen-Eins eine Riesenchance vereitelte. Am anderen Ende des Spielfeldes taten sich ihre Mitspielerinnen schwer. Erst in der 87. Minute hallte wieder ein Name von der Tribüne, als Lisa Mayer nach schönem Doppelpass mit Chiara Klein zum 3:0 einschob. Sie eilte zum Jubel zur verletzten Sarah Schatton. "Ich hab ihr gesagt: Wenn ich treffe, dann ist das Tor für sie. Wir vermissen Jacqueline und Sarah sehr und wir brauchen sie auch", sagte Mayer.

Nach dem überraschenden Ausscheiden aus dem DFB-Pokal vor zwei Wochen gegen Niederkirchen (wir berichteten), hat Saarbrücken wieder seine Form gefunden. "Die Situation nach dem Pokal-Aus und den Ausfällen war schwierig. Die erste Halbzeit war gut, in der zweiten haben wir uns mit der Chancenverwertung schwer getan. Aber mehr als drei Punkte gibt es sowieso nicht", resümierte Trainer Winfried Klein.