Der Mann, das komische Wesen

Es gibt viel zu lachen in der neuen Produktion der Schauspielschule Acting and Arts. Mit „Butterbrot“ startet die Schule ein neues Projekt. Es soll dauerhaft eine eigene Compagnie entstehen.

"Frauen sind keine Menschen, nur menschenähnlich und eine Teufelsfalle für Männer ", schimpft Peter. Der temperamentvolle Schuhverkäufer kann es einfach nicht fassen, dass seine Gattin ihm seine vielen Seitensprünge mit gleicher Münze heimgezahlt hat. So wird aus dem geplanten Abendessen bei Stefan und Martin nun ein Männerabend. Die Beiden haben schon vorher die richtigen Konsequenzen aus ihrem Pech mit Frauen gezogen, in Form einer Junggesellen-WG. Bei Curryhuhn, viel Wein und Schnaps packt man nun den ganzen Frust auf den Tisch - fühlt sich schnell wieder ganz stark, bevor am nächsten Morgen der Katzenjammer eintritt.

"Butterbrot", das Erfolgsstück von Gabriel Barylli aus dem Jahre 1988, zeigt Männer als höchst komische, von vielen Ängsten besetzte Wesen. Einfach unwiderstehlich fanden das drei Schüler der Saarbrücker Schauspielschule Acting and Arts und wagten sich damit unter der Regie von Petra Lamy nach drei Jahren Unterricht auf die Bühne. So sicher wie sie sich bewegen und sprechen, wirkt das Trio vom Anfängerstatus aber weit entfernt. Umwerfend: Michele Marotta als Bilderbuch-Macho Peter in Teddybär-Unterhose, der die Komik der Dialoge bis in die Haarspitzen seiner Wimpern treffsicher auszureizen versteht. Sebastian Müller-Bech, der Bühnenerfahrenste, darf als erfolgloser Schauspieler Stefan in der Sinnkrise herrlich dick auftragen. Youngster Manuel Franz als Architekt Stefan, anfangs etwas blass und zurückhaltend in Sachen Gefühlen, kann sich im zweiten Teil freispielen und sowohl seine Kumpanen als auch die Zuschauer als großer Romantiker überraschen.

Lamy inszeniert das Auf und Ab dieser turbulenten Komödie mit dem gutem Gespür für Tempo und Rhythmus und einem Bühnenbild mit Liebe zu witzigen Details. Nicht zu vergessen Thomas Lapp und Michelle Cojocaru mit bezaubernder Singstimme, die das Geschehen auf der Gitarre passend untermalen. Nur eine Frage bleibt: Sind alle Männer heute wirklich noch immer so unbeholfen im Sprechen über Gefühle - oder haben sie seit den 90ern nicht doch dazugelernt? Das könnte man dann gut mal bei einem "Mädelsabend" besprechen.

Nächste Vorstellungen am Samstag, 25. Oktober, 19.30 Uhr, und Sonntag, 26. Oktober, 17.30 Uhr, bei Acting and Arts in der Dudweiler Landstraße 7 (Kulturfabrik). Weitere Vorstellungen sind für November geplant. Info: (06 81) 70 97 77 30. office@acting-and-arts.com

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