Ein Spätstarter auf der Überholspur

In den vergangenen Wochen machte Mittel- und Langstreckenläufer Philipp Stief mit tollen Ergebnissen und deutlichem Leistungsschub auf sich aufmerksam. Wie hoch es für den Leichtathleten des LC Rehlingen noch hinausgehen kann, dürfte sich ziemlich zeitnah zeigen.

Vom Trierer Silvesterlauf übers Trainingslager in Portugal hin zu den süddeutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Philipp Stief vom LC Rehlingen war in den vergangenen Wochen viel unterwegs. Mit dem Start in die neue Leichtathletik-Saison konnte der 23-jährige Mittel- und Langstreckenläufer dabei mehr als zufrieden sein. Beim Rennen durch die Trierer Altstadt bewältigte Stief die acht Kilometer in 23:42,7 Minuten als Zwölfter und ließ dabei so namhafte Läufer wie Carsten Schlangen, 2010 Vize-Europameister über 1500 Meter, hinter sich. "Das kam für mich schon ein bisschen überraschend, war aber natürlich ein sehr positives Erlebnis", blickt Stief erfreut zurück.

Eigenes Ziel weit übertroffen

Genauso überrascht war er auch von seiner Leistung bei den süddeutschen Titelkämpfen vier Wochen später in der Karlsruher Europahalle. Dort holte er sich vor 14 Tagen über 3000 Meter hinter Florian Orth (Regensburg) die Silbermedaille - und das in starken 8:09,82 Minuten. "Mein oberstes Ziel war eigentlich die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft. Dazu hätte ich eine Zeit von 8:16 Minuten gebraucht. Dass es dann sogar unter 8:10 ging, war so nicht zu erwarten", zeigte sich der Student für Wirtschaft und Recht aus Saarbrücken von seiner Zeit begeistert. Nach dem Silvesterlauf war die Leistung in Karlsruhe nur ein weiteres Indiz für die ansteigende Entwicklung des Rehlinger Athleten. "Die Leistungssprünge resultieren vor allem aus den Trainingseinheiten seit Oktober, in denen wir die Intensität erhöht haben", verrät Stief, dass die Arbeit mit Bundestrainer Adi Zaar am Olympiastützpunkt Saarbrücken Früchte trägt. Und auch der jüngste Aufenthalt in Portugal habe ihm viel gebracht. Für zehn Tage trainierte er in südlichen Gefilden an der Seite der deutschen Mittelstrecken-Elite um Schlangen, Steffen Uliczka (3000 Meter Hindernis), Sebastian Keiner und dem Rehlinger Clubkollegen Patrick Zwicker (beide 800 Meter).

Laufen als Trennungstherapie

"Mit so namhaften Läufern zu arbeiten, war eine Riesenmotivation", sagt Stief, der erst mit 18 Jahren zum Laufsport kam. "Ich habe lange Fußball gespielt, das hat mir dann aber nicht mehr so viel Spaß gemacht. Danach bin ich zur Laufgruppe des TV Lebach und wurde dort super aufgenommen", schildert Stief seinen späten Einstieg. "Nach zwei Jahren habe ich gemerkt, dass da durchaus Talent vorhanden ist. Also bin ich nach Rehlingen, wo ich zwei Jahre unter Wolfgang Koch trainiert habe, ehe ich zu Adi Zaar an den OSP gewechselt bin." Davon habe er sehr profitiert, allerdings gab es auch einen privaten Auslöser, der ihn zusätzlich angestachelt hat: "Meine Freundin Lisa und ich haben uns im November getrennt. Danach habe ich mich noch mehr auf den Sport konzentriert und ihn quasi als Therapie genutzt", verrät Stief.

So der so - das Jahr 2014 wird für ihn ein sehr wichtiges: Im Frühjahr schreibt er seine Bachelor-Arbeit, sportlich wird sich entscheiden, ob es für ihn noch etwas höher hinausgeht: "Ich habe das mit meinem Trainer besprochen. Nach den Leistungssprüngen zuletzt kann es vielleicht sogar auf mehr hinauslaufen", verrät Stief. "Natürlich träume ich davon, international zu starten." Seine jüngste Entwicklung war dahingehend schon sehr vielversprechend.