Die Mühle wurde für einen Tag zum Leben erweckt

Besucher der Johann-Adams-Mühle fühlten sich in die gute, alte Zeit versetzt: Waschweiber mit Kopftuch wuschen die Wäsche wie früher. Es wurde Butter hergestellt, Webstuhl und Mahlwerk konnten besichtigt werden.

Männer des Vereins Irreler Bauerntradition dreschen. Fotos: Joseph

Heiß, heißer, Mühlenfest 2014. Das Fest an der Johann-Adams-Mühle in Theley anlässlich des deutschen Mühlentages hatte wetterbedingt erneut Besuchereinbußen. Während es im vergangenen Jahr wegen Dauerregens abgesagt werden musste, blieben jetzt viele wegen der großen Hitze fern.

Trotzdem gab es einiges zu sehen und vor allem zu erleben. Die Männer und Frauen des Vereins Irreler Bauerntradition, die aus der Südeifel angereist waren, machten zusammen mit den Attraktionen in und um die Mühle das Mühlenleben wieder lebendig - wenn auch nur für einen Tag. Waschweiber mit Kopftuch und Kittel wuschen die Wäsche wie in Zeiten vor Erfindung der Waschmaschine. Mit Kannen, Waschbütten, Waschbrettern und Bleiche brachten sie die Leinen auf Vordermann und trockneten sie auf der Wiese. Gleich nebenan stellte Birgit Etscheidt Butter her. Eine alte Zentrifuge, in die frische Milch vom Bauer gegossen wurde, trennte dafür zunächst die Magermilch vom Rahm , der dann wiederrum in originalen Butterfässern gestampft wurde. Aus zwei Litern Rahm konnten so 750 Gramm Butter gewonnen werden. Die festen Bestandteile aus dem Butterfass gab die Irrelerin dann in Eiswasser und formte sie zu einem Butterstück. Derart nah kommt man der Herstellung eines so alltäglichen Lebensmittels selten.

Bauernhandwerk kennen lernen

Auch die Vorführung alter Bauerntätigkeiten zeigte, dass noch vor 100 Jahren ein Gang in den Supermarkt, im Gegensatz zu heute, nicht die einzige Möglichkeit war, um an Lebensmittel zu kommen. Ähren ausklopfen, die Weizenähren durch den Stiftendrescher jagen oder die Spreu vom Weizen im Wahn trennen. Alles Arbeiten, die alltäglich für die Bauern waren und beim Mühlenfest von den Irrelern übernommen wurden. Denn leider konnten sich wenige der Besucher bei weit über 30 Grad dazu durchringen an den zahlreichen Mitmach-Stationen das alte Bauernhandwerk aktiv kennenzulernen. Die schweißtreibenden Arbeiten übernahmen die Männer des Vereins jedoch anstandslos.

Für eine weitere Attraktion, vor allem für die kleineren Besucher, hatte die Eventschmiede Biringer gesorgt. Selbst bei den ungewöhnlich hohen Temperaturen schmiedeten die Gesellen aus Mettlach dort in der Feuerglut. Der zehnjährige Emanuel Rauber aus Endingen am Kaiserstuhl war bei Oma und Opa zu Besuch in Theley und nutzte die Gelegenheit, sich einen Dolch zu schmieden. "Das macht wirklich Spaß", sagte er begeistert, während er mit einem Hammer auf das glühende Metall schlug. Dies sei jedoch völlig ungefährlich, versicherte Schmied Reinhard Biringer, der dem Jungen zusammen mit Zsolt Hatvani dabei half.

Auch konnten Kinder bei ihnen Holzstäbe auf Geräten anfertigen, die extra kindgerecht hergerichtet wurden. "Leider sind nicht so viele Kinder gekommen", so Biringer. "Es ist einfach zu heiß heute". Die einzige Abkühlung an dem Tag brachte eine Führung durch die Mühle. Das alte, massive Gemäuer schloss die Hitze perfekt aus. Wenn man nicht von den alten Gegenständen und Arbeiten im Außenbereich in eine andere Zeit versetzt wurde, so geschah dies spätestens im Mühlenmuseum, zwischen Webstuhl und Mahlwerk. Zweimal wurde dort am Mühlentag frisches Mehl gemahlen.

Um 17 Uhr sang dann zum Abschluss das Kosaken Ensemble "Russische Seele".