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Stadtentwicklung
Saarbrücken nimmt sich die Zukunft vor

Die CDU machte Q-Park zum Thema im Stadtrat. Das Unternehmen hatte zuletzt die Parkplatzpreise erhöht.
Die CDU machte Q-Park zum Thema im Stadtrat. Das Unternehmen hatte zuletzt die Parkplatzpreise erhöht. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Der Stadtrat hat den Entwurf des Entwicklungskonzeptes Innenstadt ohne Änderungen beschlossen.

Einfallsreichtum und Fantasie waren im Februar keine Grenzen gesetzt. Denn auf der Internetseite der Stadt durften sich Bürger mir ihren Kommentaren an der Aktualisierung des teilräumlichen städtebaulichen Entwicklungskonzepts Innenstadt (Teko) beteiligen. Davon haben sie rege Gebrauch gemacht. Angefangen beim bescheidenen Wunsch nach mehr Pflanzen und Grün in der Stadt. Über einen Nutzungsvorschlag für das alte C & A-Gebäude Ecke Viktoria-/Kaiserstraße: Man möge daraus ein riesiges Spaßzentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen. Bis hin zum tollkühnen Plan, die Saarbahn in der Innenstadt durch Tunnel zu führen und Saarbrücken so zu einer U-Bahn zu verhelfen.


Der Entwurf des Konzepts, das der Saarbrücker Stadtrat am Dienstag ungeändert beschlossen hat, steht zum Herunterladen bereit. Es gibt auf 222 Seiten einen umfassenden Überblick über die Rahmenbedingungen, Probleme und zukünftigen Chancen der städtebaulichen Entwicklung der Innenstadt. Diese umfasst laut Teko den zentralen Hauptgeschäftsbereich um die Bahnhofstraße, den Altstadtkern von St. Johann, die Tallage von Alt-Saarbrücken sowie die angrenzenden Quartiere mit Wohn- und Büronutzungen. Das Entwicklungskonzept beschreibt den aktuellen Zustand der Innenstadt und nennt Maßnahmen, die die Landeshauptstadt bereits umgesetzt hat. Außerdem beleuchtet es allgemeine für die Stadt wichtige Themen wie Bildung und soziale Infrastruktur, Wohnungsmarkt und Wirtschaft. Die Absichten und Ziele der städtebaulichen Entwicklung werden ebenso aufgeführt wie konkrete Vorschläge zur künftigen Gestaltung der Innenstadt.

Das Konzept beschreibt im ersten Teil die Rahmenbedingungen der Innenstadtentwicklung und formuliert die Ziele anhand von zwölf Handlungsfeldern wie Wohnen, Mobilität, Einzelhandel, Kultur und Tourismus. Die Entwicklungsziele werden auf der Grundlage der analysierten Rahmenbedingungen und bereits vorhandener Konzepte formuliert.

Im zweiten Teil des Teko stehen vier Teilräume der Stadt im Mittelpunkt. Ihre Probleme, Schwächen, Chancen und Potenziale werden beschrieben, bereits beschlossene Entwicklungsziele werden dargestellt. In der Innenstadt ergeben sich vier räumliche Handlungsschwerpunkte für die Stadterneuerung. Dazu zählen die zentrale Innenstadt, die City West, das Mühlenviertel und die Tallage Alt-Saarbrücken.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat nahm die Teko-Debatte zum Anlass, die unbefriedigende Parkplatzsituation in der Innenstadt zu diskutieren. Außerdem nahm Hermann Hoffmann als verkehrspolitischer Sprecher der CDU die jüngsten Preiserhöhungen von Q-Park zum Anlass, weitergehende Überlegungen konzeptioneller Art anzustellen, wie die Stadt das Heft des Handelns wieder verstärkt in die Hand bekommen könne. „Den Willen zur Partnerschaft muss man leider zumindest bei einem Parkhausbetreiber infragestellen.“ Es sei an der Zeit, den ruhenden Verkehr, das Parkplatzangebot, seine Preis- und qualitative Ausrichtung selbst zu bestimmen, damit Saarbrücken seine Bedeutung als Oberzentrum in der Zukunft besser ausrichten kann. Günther Karcher, der Verkehrsexperte der SPD, gab ihm zum Teil Recht: „Q-Park ist zuletzt mehr durch Preiserhöhungen aufgefallen als durch Sauberkeit und Qualität.“ Dennoch lehnte die Ratsmehrheit aus SPD, Linke und Grüne den CDU-Antrag ab. Der zielte darauf, die Verwaltung zu beauftragen, zusammen mit dem Rat und wichtigen Interessenvertretern eine umfassende Strategie zum ruhenden Verkehr zu entwickeln.