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A-623-Verkehr an Saarbrücker Saarlandhalle
Dauer-Provisorium am Ludwigsberg

Gelbe Pfeile, wie von Baustellen bekannt, geben seiten Jahren schon die Richtung an.
Gelbe Pfeile, wie von Baustellen bekannt, geben seiten Jahren schon die Richtung an. FOTO: Matthias Zimmermann
Saarbrücken. Einst Nadelöhr, nun fließender Verkehr? Zumindest soll es besser für jene laufen, die von der A 623 in die Saarbrücker City fahren. Doch noch immer sieht die Camphauser Straße wie eine Baustelle aus. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Gelbe, zerfledderte Markierungen auf der Fahrbahn. Provisorisch, teils verschobene Abgrenzungen zwischen den Spuren. Mit orangefarbenen Planen abgehängte Ampeln: Wer über die Autobahn 623 auf Saarbrücken zusteuert und an der Saarlandhalle Richtung Ludwigskreisel vorbeifährt, muss davon ausgehen, dass hier zumindest Straßenarbeiten vorbereitet werden. So jedenfalls lässt sich der Zustand deuten. Das allerdings seit zwei Jahren. Denn seit Frühjahr 2016 ist die Verkehrsführung über die Camphauser Straße geändert. Konkret: Wer zur Saarlandhalle will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Die einstige Linksabbiegerspur stadteinwärts zur Veranstaltungshalle gibt es seitdem nicht mehr. Dafür kommen Verkehrsteilnehmer über zwei Spuren durchgängig zum Ludwigskreisel kurz vor der Westspange.


Grund dafür: Als im März 2016 kurz vor Ostern wegen erheblicher statischer Mängel die Fechinger Talbrücke nahe der Landeshauptstadt von jetzt auf gleich gesperrt und damit die A 6 an dieser Stelle gekappt wurde, mussten eilig Ausweichrouten her. Eine führte über den Ludwigsberg. Um allerdings zusätzliches Staupotenzial in die City zumindet zu minimieren, ließ die Stadt Saarbrücken die Abbiegespur zur Saarlandhalle sperren und stattdessen geradeaus weiterführen.

Die Autobahnbrücke ist seit Herbst 2016 wieder zu passieren. Aber die geänderte Streckenführung in Saarbrücken blieb erhalten. Und wird so bleiben, wie Stadtpressesprecher Thomas Blug abermals bestätigt. „Die Leistungsfähigkeit der Camphauser Straße wird gesteigert.“ Die beiden durchgehenden Spuren vom Autobahnende bis zum Ludwigskreisel reduziere Rückstaus, schreibt Blug in seiner Antwort auf eine SZ-Anfrage. Deswegen „soll die Lösung beibehalten werden“.



Damit unterstreicht er seine Stellungnahme, die er bereits kurz nach Wiederfreigabe der Autobahnbrücke bei Fechingen kundtat: Polizei und Verkehrsplaber seien damals schon übereingekommen, dass dies „zu einem positiven Verkehrsfluss geführt“ habe. Insbesondere Veranstaltungen in der Saarlandhalle hätten wegen Abbieger zu Wartezeiten geführt. Das sei damit vorbei.

Das bedeutet für jene, die zur Saarlandhalle wollen und über die A 623 anreisen: Sie rollen zuerst einmal an ihrem Ziel vorbei und gelangen nach einer Tour durch den Verkehrskreisel wieder bergauf, um dann abbiegen zu können.

Wann aber soll das optische Provisorium dauerhaft umgestaltet werden? „Die Wegweisung wurde schon geändert“, sagt Blug. Dabei bleibe es nicht. Weitere Aufträge seien bereits erteilt. Im Einzelnen: „Im Einmündungsbereich an der Saarlandhalle werden wir die gelben Fahrbahnmarkierungen durch Bordsteine ersetzen.“ In diesem Zusammenhang werde es endgültige Markierungen geben. Wann die Arbeiten dazu starten, hänge vom Wetter ab. Es müsse trocken sein. Außerdem sei es erst bei Temperaturen über zehn Grad möglich, loszulegen. Auf alle Fälle soll es noch im Frühjahr losgehen.

Abbiegen ist an dieser Stelle schon lange nicht mehr möglich – und das soll auch so bleiben: Seit Frühjahr 2016 steht die Linksabbiegespur stadteinwärts zur Saarlandhalle nicht mehr zur Verfügung.
Abbiegen ist an dieser Stelle schon lange nicht mehr möglich – und das soll auch so bleiben: Seit Frühjahr 2016 steht die Linksabbiegespur stadteinwärts zur Saarlandhalle nicht mehr zur Verfügung. FOTO: Matthias Zimmermann
Die Einfahrt nach Saarbrücken von der A 623: Kurz dahinter gab eine Abbiegespur.
Die Einfahrt nach Saarbrücken von der A 623: Kurz dahinter gab eine Abbiegespur. FOTO: Matthias Zimmermann