Nicht alle Freibäder im Regionalverband haben mehr Gäste als 2018

Zwischenbilanz der Schwimmbäder : Hitze bringt meisten Bädern mehr Gäste

Viele Freibäder im Regionalverband steuern auf ein stärkeres Jahr zu als 2018. Nur wenige schwächeln phasenweise.

Einmal war das Schwarzenbergbad in Saarbrücken, das auch als Totobad bekannt ist, in diesem Sommer nahe dran, dass keine Leute mehr hineingepasst hätten. Am letzten Tag im Juni lösten 7971 Badegäste ein Ticket, der Rekord für diese Saison bisher. Aber wirklich den Einlass stoppen, das musste seit dem Eröffnungstag im Mai bisher noch keines der vier Bäder, die unter der Regie der Saarbrücker Stadtwerke stehen. Genaue Höchstzahlen nennt Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Stadtwerke, keine, aber wirklich in Bedrängnis kam hier noch niemand.

Sowieso könne man von Rekordzahlen überhaupt nur im Juni sprechen. Das Totobad besuchten 45 617 Badegäste in diesem Monat, das Freibad Dudweiler kommt auf 17 116, das Alsbachbad in Altenkessel auf 9267 und das Fechinger Freibad auf 23 295. Das macht zusammen 95 295 Badegäste im Juni 2019 für die vier Saarbrücker Bäder – doppelt so hoch wie im Juni 2018. In den Gründen steckt man nicht drin, aber möglicherweise könnte das Wetter eine Rolle gespielt haben oder der Umstand, dass die Sommerferien 2018 schon im Juni begannen, weshalb vielleicht viele Familien schon auf Reisen waren. Im Juli kamen weniger: Alle vier Bäder zusammen kommen bisher auf 43 195, ein paar Tage fehlen ja noch, die noch sehr gut besucht sind. Im gesamten Juli 2018 kamen 94 321. „Vielleicht sind die Leute von der Hitze inzwischen überfrachtet und haben langsam keine Lust mehr, sich zu bewegen“, spekuliert Scharenberg-Fischer, aber genau sagen kann sie das natürlich auch nicht.

Ansonsten sei es zu keinen Vorkommnissen gekommen, die es auch nicht in anderen Jahren gegeben habe, wobei sich auch mal jemand in der Hitze überschätzt, zu wenig trinkt oder nur in der Sonne steht und prompt umkippt, sagt Scharenberg-Fischer. Besucher des Totobades klagen der SZ, dass dieser Tage schon am frühen Morgen unverhältnismäßig viel Müll verstreut auf den Rasen gelegen habe. Dem entgegnet die Geschäftsführerin, dass das Müllaufkommen mit den vielen Besuchern wirklich hoch sei, man aber abends nach Betrieb normalerweise aufräume. Auch morgens gäbe es einen Rundgang, um nächtlichen Vandalismus und Gefahren wie Eichenprozessionsraupen zu begegen. In diesem Jahr gab es schon Befall einiger Eichen. Leute, die mit den Raupen in Berührung kommen, können allergisch reagieren. Das soll auch der Fall gewesen sein, wie Besucher berichten. Tauchen Raupen auf, werde der Bereich abgesperrt und eine Spezialfirma beauftragt, um die Nester zu beseitigen, so Scharenberg-Fischer.

Nach Friedrichtshal schwimmen kamen in dieser Saison bisher mehr Leute als im vergleichbaren Zeitraum im Jahr davor. Foto: Stadt Friedrichsthal

Im Gegensatz zu den Saarbrücker Bädern schnitt das Kleinblittersdorfer im Juni 2019 mit 14 905 Badegästen schlechter ab als im Juni 2018, als 3000 mehr kamen, sagt Betriebsleiter Manfred Rohrbacher. Auch hier ist der Grund schwer zu finden. Im Juli kamen bisher 11 271. Das Friedrichsthaler Bad besuchten bisher 16 123 Leute im Vergleich zu 13 845 im gleichen Zeitraum 2018. Das Völklinger Bad musste sogar zweimal den Einlass stoppen, dann war die Höchstzahl von 3000 Gästen erreicht. Bisher kamen in dieser Saison 42 000 Leute, wie die Stadt mitteilt. Es läuft besser als im Vorjahr, eine Vergleichszahl liefert Völklingen nicht, nennt dafür aber die Rekordzahl für eine gesamte Saison: 110 000. Das Riegelsberger Bad lockte in dieser Saison bisher 27 442 Gäste an, bis Ende Juli 2018 waren es 23 602. Und Quierschied meldet fürs dortige Freibad bisherige 24 377 Badegäste, bis Ende Juli 2018 waren es 25 193. Dieses Bad öffnet bis 21 Uhr eine Stunde länger, wenn es „besonders heiß“ ist.

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