Folgen des Unwetters im Kombibad : Stadtwerke bleiben auf Schaden im Bad sitzen

Unternehmen hat keine Versicherung gegen Elementarschäden. Fechinger Hallenbad ist wieder geöffnet.

Das Fechinger Hallenbad ist wieder offen, seit Montag können die Badegäste wieder ins Wasser. Draußen im Freibad ist die Saison gelaufen, die letzten Unwetterschäden sind noch immer nicht behoben. Das Wasser schimmert grün, der Boden der Becken ist schmutzig – aber das sind Kleinigkeiten. „Für 2019 ist alles vorbereitet, der nächste Sommer kann kommen“, betont Gabriele Scharenberg-Fischer, die Geschäftsführerin der Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH.

Das Unwetter in der Nacht zum 1. Juni hat dem Fechinger Bad schwer zugesetzt. Wasser floss von allen Seiten ins Bad, brachte eine Schlammlawine mit sich und überflutete neben allen Becken auch noch den Keller mit der teuren Technik. Ein Schaden von 600 000 Euro entstand (wir berichteten). An Schwimmbadbetrieb im Freien ist 2018 nicht zu denken, Arbeiter haben jetzt aber wenigstens die Fortsetzung des Hallenbetriebs möglich gemacht. „An den ersten Tagen war schon was los“, sagt Bademeister Rainer Zenner und freut sich, dass die ersten treuen Besucher wiedergekommen sind. Bei einer Tour durch den Keller erahnt man jetzt noch, wie viel Arbeit das war. Zenner zeigt Handyfotos, Bilder vom Schlamm in den Becken und Filteranlagen. „Die Filterpumpen liefen noch, als der Schlamm ins Bad kam und haben ihn angesaugt. Dann wurde der Schlamm fest wie Beton, alle Filter waren kaputt und wurden zudem noch verkeimt“, erklärt Scharenberg-Fischer. Fremdfirmen und das Bäderpersonal hätten den Bilderbuchsommer damit verbracht, Handwerkerarbeiten zu machen. Im Keller zeigt eine schwache braune Linie an der Wand noch hüfthoch den Wasserstand in der Unwetternacht an.

Der heiße Sommer – er hätte dem Bad Besucherrekorde beschert. Nun wurden statt Besuchern die Schäden gezählt. Die Liste ist lang. Für die Reinigungsarbeiten mussten Fremdfirmen gebucht werden, einfach alles musste geputzt werden. Die Trockengeräte laufen heute noch. Vier Elektroschränke, 17 Pumpen, die Filter und Rohre sowie die Mess- und Regeltechnik mussten erneuert werden. Das neue Blockheizkraftwerk, gerade erst installiert, wurde wieder abgebaut. Die Unterspülungen waren so heftig, dass ein Statiker das Bad in Augenschein nehmen musste – er gab Entwarnung. Alle Stützpfeiler waren in Ordnung. „Trotzdem ist das Wasser in den Keller gelaufen. Wir prüfen jetzt in einem weiteren Gutachten, wie man das bei ähnlichen Ereignissen vermeiden kann. Ein Lüftungsloch wurde verschlossen, eventuell kommen noch wasserdichte Türen an das Bad.“ Hochwasserschutz ist auf einmal ein großes Thema in Fechingen, wo es ein ähnlich starkes Ereignis noch nie gegeben hat. Darum waren die Stadtwerke auch nicht versichert. „Wir haben keine Elementarschadensabsicherung“, sagt die Geschäftsführerin. Allerdings gebe es eine Allgefahrenversicherung. Der Schaden am Blockheizkraftwerk werde deshalb ersetzt, ergänzt Stadtwerke-Sprecherin Ulrike Reimann.

So sah es nach dem Unwetter im Kombibad Fechingen aus. Das Freibad blieb den ganzen Sommer über geschlossen. Foto: Gabriele Scharenberg-Fischer/Stadtwerke/Gabriele Scharenberg-Fischer

Nun hoffen die Stadtwerke auf eine gute Freibadsaison 2019. Seit Monatsbeginn ist das Hallenbad uneingeschränkt nutzbar.

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