Tierpflegemeisterin Nadine Wack arbeitet 20 Jahre im Saarbrücker Zoo

Traum-Job im Saarbrücker Zoo : Auch im Urlaub geht sie gern in den Zoo

Tierpflegemeisterin Nadine Wack wusste schon als Grundschülerin, dass sie mal mit Tieren arbeiten würde.

Mit einem dicken Schmatzer auf die Backe von Tierpflegemeisterin Nadine Wack bedankte sich Seehund Xaver für das leckere Fischeis, das er bei den aktuell tropischen Temperaturen bekommen hat. „Xaver mag küssen. Jeder Seehund ist anders. Carlos liebt es, wenn er Kunststücke machen darf, bei denen er springen kann“, sagt Nadine Wack.

Die 37-jährige Saarbrückerin arbeitet seit 20 Jahren im Saarbrücker Zoo und liebt Tiere über alles. „Ich wusste in der Grundschule schon, dass ich später mal einen Beruf mit Tieren ausüben werde. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr im Zoo habe ich dann beschlossen, Tierpflegerin zu lernen“, erzählt Nadine Wack. So gut wie jeder Tierpfleger im Saarbrücker Zoo spricht von seinem Traumberuf. Woher kommt das? „Es ist die Beziehung zu den Tieren. Wenn wir morgens in den Zoo kommen, dann werden wir von den Tieren begrüßt. Wir kennen uns alle. Die Tiere spüren sogar, wenn es einem nicht gut geht. Die Menschenaffen kommen dann und trösten einen. Ich würde nicht von einem Beruf reden, eher von einer Berufung und von Leidenschaft“, sagt die Tierpflegemeisterin. Ein Beruf, bei dem es zwar eine offizielle Feierabend-Zeit gibt, die jedoch nur selten eingehalten werden kann.

Während bei einem Büro-Job schon mal das eine oder andere auf den nächsten Tag verschoben werden kann, müssen Tierpfleger zur Stelle sein, wenn es zählt. „Wenn man abends ein Gehege schließt und merkt, dass es einem Tier nicht gut geht, dann kann man nicht einfach nach Hause gehen. Dann braucht das Tier vielleicht noch eine besondere Pflege, und im schlimmsten Fall muss noch der Tierarzt kommen“, berichtet Nadine Wack. In Ausnahmefällen kommt es auch vor, dass Tierpfleger Jungtiere mit nach Hause nehmen müssen, da sie alleine im Zoo nicht überleben würden. Freizeit für den Beruf zu opfern, ist bei Tierpflegern an der Tagesordnung. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich besuche in meiner Freizeit am liebsten andere Zoos. Ich schaue mir an, wie dort die Tiere gehalten werden und ob ich irgendwelche Ideen für unseren Zoo in Saarbrücken mitnehmen kann“, sagt die 37-Jährige. Ein Leben ohne Tiere kann sich Nadine überhaupt nicht vorstellen. Ein Lieblingstier von den etwa 1320 Tieren im Saarbrücker Zoo hat die Tierpflegerin nicht. „Es sind einfach zu viele, die ich richtig gern mag.“ Trotz aller Harmonie zwischen Menschen und Tieren im Zoo gibt es immer wieder Vorwürfe, dass Zoos Tierquäler seien. Nadine Wack wehrt sich gegen diese Vorwürfe. „Es gibt viele Tiere, die in freier Wildbahn nicht annähernd so alt würden wie in Zoos. Seehund Xaver ist 34 Jahre alt. So alt wäre er bei der ganzen Umweltverschmutzung heutzutage in freier Wildbahn niemals geworden. Kattas (Lemurenart aus Madagaskar) werden in der Natur höchstens fünf Jahre alt und bei uns bis zu 30 Jahre“, sagt die Tierpflegemeisterin. Ein weiteres Beispiel für den Tierschutz im Zoo sind die Schimpansen in Saarbrücken, die im kommenden Jahr eine neue Außenanlage bekommen. „Das sind einzelne Schimpansen aus einer holländischen Stiftung, die sich um Schimpansen kümmert, die aus falschen und sehr schlechten Haltungen von Menschen kommen. Bei uns sind die Schimpansen wieder eine große Familie geworden, der es richtig gut geht“, sagt Nadine Wack.

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