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Kolumne
Neulich an der Ampel – also, nicht nur an einer...

Der erste Besuch in Saarbrücken. Richtig schön war’s, doch der Weg war erstmal, sagen wir: beschwerlich. Nicole Lange

Es war ja, liebes Saarbrücken, nur ein kurzer Flirt, quasi ein oberflächlicher Two-Night-Stand, der uns beiden vergönnt war, da will man eigentlich nicht das Meckern anfangen. Erst recht nicht, wo es Sympathie auf den ersten Blick war, und wie sollte es auch nicht? Du hast die Mainzer Straße mit den hübschen Lokalen, die charmanten Franzosen, die man auf dem Weihnachtsmarkt parlieren hört, und eine lebhafte Einkaufsmeile. (Und das sage ich als Düsseldorferin, du weißt schon, Shopping-Stadt und so.)  Ich will unbedingt wiederkommen!


Aber, liebes Saarbrücken, ich weiß nicht, ob es dir noch auffällt, du bist ja schon was länger hier als ich, jedenfalls: Du hast ein Problem. Und zwar mit deiner Ampelschaltung. Die etwas mehr als dreieinhalb Stunden, die ich bei fiesem Wetter hierher gebraucht habe, verteilten sich nach meiner groben Schätzung ungefähr zur Hälfte auf den Weg von Düsseldorf bis zur Saarbrücker Stadtgrenze und zur Hälfte auf die restlichen etwa drei Kilometer bis zum Hotel-Parkplatz. Da war nämlich eine Reihe von Ampeln im Abstand von etwa 200 Metern aufgestellt, und mit grüner Welle war es nix. Losfahren, stoppen. Das aber dafür zuverlässig.

Was man als Rheinländer alles hätte schaffen können in der Wartezeit! Die Karnevalshits der nächsten drei Sessionen schreiben etwa (Text und Musik!). Auf unserer Königsallee drei bis vier Designer-Handtaschen und Pelzmäntel shoppen, für den anstehenden Winter. Oder vier bis sechs Altbier (fehlt hier übrigens!) trinken. Nur theoretisch, klar, am Steuer lassen wir das mit dem Alkohol natürlich. Obwohl ich an der letzten Ampel so dachte: Bis es dann grün wurde, wäre ich auch wieder komplett nüchtern gewesen.